Nach PROTECT-IP auch noch SOPA

Im dritten Teil einer Serie von Artikeln zum „Stop Online Piracy Act“-Gesetzesvorschlag nennt EFF ein paar ausgewählte Gründe, warum niemand außer einigen Leuten im amerikanischen Congress und der Content-Mafia dieses Gesetz haben will. Der Vorschlag versucht nicht nur die Einführung von blacklists für DNS voran zu bringen, nein, er stellt auch noch Software-Entwicklern und Programmierern Strafen in Aussicht, wenn eine von ihnen geschriebene Software dazu dient, diese Sperren zu umgehen. Nicht einfach nur die direkte Umgehung, sondern auch jedwede Software, die von Haus aus dazu geeignet ist Zensur zu umgehen. SSH, VPN oder Proxies stehen nach Einschätzung der EFF alle auf der Liste der möglicherweise in Zukunft verbotenen Dinge. Das ist so absurd, dass man vorsichtig hoffen darf, dass der Vorschlag so nie Wirklichkeit wird. Es wird sich zeigen, wie viel Optimismus man heute (noch) haben darf. (via boing boing)

Boot-Zeit verkürzen und Wunsch-Desktop bauen

So. Nach etwas längerem Rumfuchteln rennt das System hier jetzt von einer SSD (samsung, 128GB). Gut, mit ca. 20 s (bis login-Prompt)  startete das System nicht gerade langsam, was hauptsächlich an der Verwendung von runit liegt. Der Kernel selbst braucht ungefähr 4 s bis zum init. Aber die gut 15 s kann man ja auch noch einsparen und so in Bereiche von suspend2ram kommen, ohne dessen Probleme.

Nach dem Auspacken und Einbau der SSD wurde das bestehende System gestartet und die Platte erstmal mit smartctl inspiziert. Nächster Schritt war das Partitionieren und Ausrichten, dann das Einrichten eines ext4-Dateisystems und dann das eigentliche Kopieren der Daten vom alten System auf die neue Platte. Schon beim Kopieren kann man einen Eindruck bekommen, welcher Schritt der Umstieg auf so einen schnellen Datenträger bedeutet. Trotz werkseitig eingebautem Fehler des SB600-Chipsatzes und eher lahmer Gesamtperformance konnte rsync die Prozesslast auf hohem Niveau halten und rund 70 MB/s rüber schaufeln. Das liegt nur geringfügig unter der theoretischen Maximalleistung laut hdparm und macht eher deutlich, wie schlecht die rotierenden Platten an dem Chipsatz arbeiten.

Das Einrichten von grub, um von der neuen Platte zu booten, ging auch recht schnell. Dachte ich. Leider ließ sich update-grub nicht dazu überreden, in der grub.cfg die richtige Platte und Partition für den root-Parameter zu schreiben. Bedauerlicherweise kennt das Programm aber auch keine Möglichkeit das zu erzwingen. Mit dünner werdenden Nervenkostüm und nach einiger Zeit des Probierens schwenkte ich auf syslinux um, weil ich dachte, dass es eben an grub (in seiner moderneren 2er Version) liegt. Aber mit syslinux das gleiche Spiel: wieder wurde das root-device nicht erkannt und es landete wieder die alte Partition in der Konfiguration. Durch Zufall fiel dann beim Stöbern auf, dass /dev/root einfach falsch gesetzt wurde. In meiner modifizierten runit-stage 1. Vermutlich aufgrund der immer wieder sporadisch auftauchenden Bequemlichkeit standen dort die device-Parameter fix drin und nicht wie im originalen udev-Skript als zur Laufzeit zu ermittelnde. Nachdem das gefixt war und auch im BIOS die Reinfolge geändert wurde, rannte das System jetzt von der richtigen Platte (ohne manuellen Eingriff). Und zwar so schnell, dass man vom eigentlichen Booten (dank zu langsam umschaltenden Bildschirm) nichts mehr sieht. Syslinux-Bildschirm -> schwarz -> xdm-Login in geschätzten 8 Sekunden. Schön.

Der nächste Schritt wird jetzt das Einsparen des xdm und des Logins werden. Boot to Desktop, möglichst mit allen gewünschten Fenstern und laufender Musik. :)

Frischfutter: Giant System

  Alle Nase lang fällt einem mehr oder weniger per Zufall eine Webseite vor die Füße, bei der alles irgendwie passt und der Spass beim Erkunden groß ist. Giant System ist so eine. Ein paar Leute bilden ein Filmteam, dass recht unbekannte Bands in ihren Proberäumen aufsucht und dort ein Video mit denen aufnimmt. Klingt einfach, kann es auch sein. Wenn allerdings so eine Qualität bei rausspringt, wird es schon etwas mehr Wissen und Herz brauchen. Das Design passt, die Musik sowieso (ich hab nur ein paar Titel gehört bis jetzt) und die Videos sind auch absolut klasse produziert.

Hingefunden hab ich über ein utube-Video von Verma, dass natürlich auf Giant System und vimeo auch zu sehen ist (unbedingt bei einem der letzten beiden schauen). Normalerweise zuck ich bei der Schubladisierung Kraut Rock oder Progressive Rock zurück, mit Verma muss ich wohl umdenken.

 

Hasskappe wieder absetzen/Broder: geh kacken, man!

Nee, ich werd nich noch mehr dazu schreiben. Alles Notwendige wurde gesagt und eigentlich wäre es jetzt an fritz, die Geschichte in einem milden Abendlicht für Ken zu beenden und Broder bloßzustellen. Ich vermute allerdings, dass es dazu nicht kommen wird. Was nicht viel Neues über unsere Gesellschaft aussagt, aber den unangenehmen IST-Zustand untermauert.

foo: das mit dem Abendlicht scheint vorerst einzutreten.

Auf die Ohren, Attacke!

Soviel Gerede muss man wegen neuem Audiogerassel nicht machen, aber die Begeisterung kann man ja teilen und wie weiter unten schon angedeutet, beschallt seit kurzem ein Paar neuer Lautsprecher das Wohnzimmer. Bisher hatte diese Aufgabe eine doch schon recht alte aber solide Kompaktanlage von Universum. Eine aus der Zeit, als Qualität noch ernstgemeint war. Reichlich 15 Jahre hat die jetzt auf dem Buckel. Der CD-Player hatte schon vor einigen Jahren den Dienst quittiert, aber das war auch nie ein Problem weil immer ein Rechner in der Nähe stand und die Anlage ein LineIn-Eingang hat. Der Klang der Lautsprecher war immer gut genug – im Vergleich mit Lautsprechern in den diversen Autos oder anderen Radios lernt man viele Unterschiede zu hören – und auch gegen die neuen Lautsprecher fallen die Regalboxen nicht wirklich als Klangmüll auf. Trotzdem ist der Unterschied gewaltig.

geräuschquelle

geräuschquelle

Wer das nicht glaubt, sollte sich direkt mit einer entsprechenden Auswahl der eigenen Tonträger in einen gut gerüsteten Laden begeben und Probe hören. Das hab ich auch getan, obwohl eigentlich erst ohne große Überlegung bei einem Direktversender gekauft werden sollte. Möglicherweise hätte das auch gereicht, da ich mich selbst nicht als audiophil (pff!) oder klanglich anspruchsvoll sehen würde, aber im Nachhinein betrachtet war das eine gute Entscheidung. Über 2 Stunden hab ich den Verkäufer in einem gut ausgebautem Keller mit verschiedenen Boxen hantieren lassen und selbst die verschiedenen Tonquellen ausgewählt; diverse CDs, Platten und MP3 (über einen streamer). Das hat großen Spass gemacht und teilweise hatte der Verkäufer die gleiche Ader für Musik wie ich. (Uns beiden ist nicht aufgefallen, dass eine mitgebrachte Maxi-Single von Depeche Mode zuerst nur mit 33 rpm auf dem Plattenspieler lief). Apropos Plattenspieler: ich erwäge ernsthaft den Kauf eines solchen Teils – man kann mich ja als altnerd bezeichnen in Zeiten von mp3 und ‚zig Platten, die auf einen tragbaren Player passen, aber der Klang der lange nicht mehr gespielten  Scheiben war beeindruckend und man hört den Unterschied zu lieblos aufgenommenen CDs oder mp3-Konserven, wenn die Ohren nicht kaputt sind. Was erstmal nichts mit der Kompressionsrate des digitalen Materials zu tun hat (Beispiel: loudness war).

Letztlich hab ich den Laden mit mehreren großen Kisten verlassen und hab weitaus mehr Geld dort gelassen, als eigentlich eingeplant war. Aber ich bereue nicht einen Cent des Preises. Seitdem verbring ich jede freie Minute damit, lange nicht mehr gehörte Titel und Alben neu zu hören und freue mich wie bolle.

 

Der smart-meter-Schwachsinn

Das kann man ja nicht mehr lesen, vor allem in der Rolle als Verbraucher schwankt man zwischen Lach- und Wutanfall, wenn man sich die diversen Wortmeldungen zu der im Titel genannten Problematik anschaut. Smart Meter oder auch  intelligente Stromzähler sind der computerisierte Ersatz für die alten, bekannten Stromzähler mit dem drehenden Rad, die ich schon als Halbwüchsiger irgendwie faszinierend fand. Was ist an den Alten auszusetzen? Für den Verbraucher werden als Hauptvorteile der genaue Durchblick bei den im Haushalt befindlichen Stromschluckern und das enorme  Energiesparpotential genannt. Beide angebliche Vorteile sind bestenfalls Gründe zum Gähnen und abseits der bisher nicht nur in meinen Augen vorhandenen Problematik des Datenschutzes gibt es weitere Gründe, die gegen die Montage der Schnüffler sprechen.

Die Stromschlucker im eigenen Haushalt kennt man rein von der Größenordnung her sowieso und für das genaue Wissen kann man Steckdosenmessgeräte kaufen oder beim örtlichen Energieversorger leihen. Und die größeren Geräte ohne Steckdose kann man mit dem Notieren von Zählerständen beobachten. Ok, als Nerd würde es mir natürlich sehr gefallen, wenn sich Tagesverbrauchskurven oder Eigenheiten bestimmter Geräte erfassen und visualisieren ließen. Aber dafür einmalige Einbaukosten von bis zu 100 Euro und monatlich nochmal bis zu 15 Euro? Selbst wenn es einen Einspareffekt durch genaue Erfassung und Verlegung von starker Nutzung in die Zeiten preiswerterer Tarife gäbe, würden die doch somit genau in die monatliche Gebühr fließen und ich selbst hätte davon nix bis negative Einsparungen (ich kann das auch, ihr Pfeifen!).

Apropos Einsparungen, wo sollen die denn auftauchen? Wenn man mal einen imaginären Schritt zurück tritt und auf die Frage schaut, wird klar, dass ein Zähler allein keine Einsparungen bringen kann. Bei den intelligenten Zählern ist sogar eher ein geringer Mehrverbrauch zu erwarten, bedingt durch den ständig laufenden Minicomputer in dem Ding und natürlich die Datenverbindung zum Messstellenbetreiber. Die den Befürwortern bzw. tatsächlichen Nutznießern vorschwebende Idee der Verbrauchseinsparung kommt einzig aus der Möglichkeit der Verlagerung in Zeiten mit günstigeren Tarifen. Aber, so die vielerorts auftauchende Frage, wer wäscht denn nachts gegen 3:00 Uhr  Wäsche oder wirft seinen Backofen für eine leckere Pizza an? Natürlich ist das Blödsinn. Da gibt es in meinen Augen viele bessere Ansätze zur Einsparung, die aber zB. keine Lobby haben.

Nachtstrom, das gab es früher auch schon mal, zB. für die sogenannten Nachtspeicheröfen, aber ist bei vielen Energieversorgern gar nicht mehr im Angebot zu finden. In einem Rechenbeispiel einer Fachzeitschrift (nur offline) wurde das Angebot eines großen, bundesweit tätigen Versorgers gezeigt, da war ein Nachttarif dabei, der genau 1 cent niedriger als der Normaltarif war. Da kann man sich leicht selbst ausrechnen, was da an Einsparpotential vorhanden ist, wenn dann noch die besagten 15 Euro pro Monat miteinbezogen werden müssen.

Das alles führt zu der Einsicht, dass die kalte Schulter gegenüber den Zählern gerechtfertigt ist. Und so brauch man sich nicht wundern, dass die Umsatzziele nicht erfüllt werden. Aber keine Angst, die Politik wird handeln und die Grenze für die Pflicht des Einbaus soweit absenken, dass auch bei uns die Mehrzahl der Verbraucher den intelligenten Zählern gegenüber sehr aufgeschlossen sein wird.