Der gute Hirte? Ein selbstloser Mann?

In einem Foto-Essay beschreibt Nathalie-Kyoko Stucky den Alltag und die Arbeit von Mr. Matsumura, einem Mann, der in der verbotenen Zone rund um Fukushima geblieben ist [sich der Anweisung zur Evakuierung widersetzt hat?] und sich dort den verbliebenen Tieren widmet. Der Artikel ist nichts für empfindsame Naturen, da auch verstümmelte (aber lebende) bzw. tote Tiere zu sehen sind.

Die Arbeit von Mr. Matsumura ist beeindruckend und macht nachdenkend, wer sonst zu solcher Hingabe fähig wäre. Im Gegensatz zu TEPCO sieht er den Gefahren der Gegend wissend ins Auge und kennt die Konsequenzen seines Fürsorgealltags, den er ohne Schutzkleidung absolviert. Wozu auch einen Schutzanzug tragen, wenn schon allein durch die täglichen Verrichtungen wie Essen, Waschen und Umgang mit den Dingen der ständige Kontakt mit strahlenden Partikeln unumgänglich ist.

Ich weiß nicht, ob wirklich Selbstaufopferung oder vielleicht nur eiserne Sturheit als Grund dafür in Frage kommen, aber ich empfinde das als sehr respekteinflößend, mehr als es TEPCO je sein könnte. Deren Manager leben ja nicht dort oder kümmern sich um die Tiere (naja, auf eine andere Weise vielleicht doch: es existieren Pläne [der Regierung], die Tiere in der Zone zu töten).

Fukushima und die Folgen

Zu den bekannten – oder zu erwartenden – Folgen des Unglücks kann man von Zeit zu Zeit noch etwas in unserer Presse lesen, wenn auch das Medieninteresse weg ist und damit die Thematik unter den Tisch fällt. Aber einige Seiten im Netz bleiben dran und veröffentlichen regelmäßig Neuigkeiten oder weisen auf Quellen für solche hin.

alternative fukushima radiation map Dabei geht es nicht nur um vielleicht international relevante Informationen, sondern auch um das tägliche Ringen von Betroffenen direkt vor Ort. Infolge der Evakuierung und der Deklaration der Quarantäne wurden auf Farmen Kühe freigelassen, die sich weitestgehend ungehindert bewegen können und so u.a. Verkehrsunfälle mit Autos verursachen.

Und wie es mehr oder weniger zu erwarten war, ist die Strategie von TEPCO zum Umgang mit dem Unglück, nach wie vor unverändert. Da werden Außenstehende mit abweichender Meinung behindert bzw. bedroht.

fukushima-diary.com schildert viele dieser Vorgänge, die dem geneigten Mitteleuropäer verborgen bleiben. Die zu erwartenden Strahlenschäden bei Neugeboren, bereits auftretende Krankheitsbilder bei Erwachsenen oder die Belastung von Gemüse und Pilzen.