Radio hört doch keine Sau mehr

Eher zufällig bin ich bei meiner Suche nach neuem Audio-Equipment über diesen (älteren) Thread im hifi-forum gestolpert, der sich mit technischen und kulturellen Aspekten von Rundfunk (Radio) auseinandersetzt. Anlass ist die Frage, ob und wann und vor allem wie DAB/DAB+ die alte UKW-Technik ersetzt. Grundsätzlich sieht es wohl so aus, als ob auch der Nachfolger von DAB nicht das Potential hat, einen veritablen Ersatz zur Analogtechnik zu bieten. Abgesehen von politischen oder finanziellen Gesichtspunkten (für die Sender bzw. die Hersteller von entsprechenden Geräten) spricht nichts dafür, dass der Endverbraucher davon einen Mehrwert oder Fortschritt zu erwarten hat. Das Gegenteil ist wahrscheinlicher. Dabei ist wieder mal nicht die technische Seite unzureichend, die wäre eigentlich gut geeignet eine gleichbleibende Qualität (lies: nicht noch schlechter) bei verringertem technischen Aufwand zu liefern. Verschlechternd wirkt wie oben schon angesprochen, dass zB. aus Kostengründen die Übertragungsraten für das einzelne Programm so weit gedrückt werden, dass zwar viele Sender in einem Ensemble übertragen werden können, aber die Qualität des Einzelnen auf unerträglichem Niveau angesiedelt ist – nur technisch gesehen, die Qualität der eigentlichen Inhalte sind nochmal eine weitere Diskussion für sich. Gerade auch mit der allgegenwärtig zunehmenden Verfügbarkeit eines Internet-Zugangs, wie zum Beispiel im Auto, wird sich UKW-/DAB-/whatever-Radio selbst überflüssig machen. Und das ist nicht der Verdienst der Hörer, sondern der Leute bei den Rundfunkanstalten (die Entscheider), die nicht genügend Weitsicht und Phantasie haben. Aber vielleicht lieg ich ja auch völlig daneben. :)

Vivanco CHS5500: bedingt nützlich

Kabelziehen, vielleicht auch noch durch die ganze Wohnung, ist nervig. Wenn der Lärm von einer gemeinsamen Quelle kommen soll, aber eben nicht von einem Ort die ganze Wohnung beschallen soll, liegen Funklautsprecher nahe. Audiophil Veranlagte würden so eine Lösung sicher strikt ablehnen, in meinen Augen sollte das reichen. Um rauszufinden, ob es das tut, hab ich mir ein Paar davon zugelegt, spezieller: Vivanco CHS5500.

chs5500

Vivanco CHS5500

Sicher kein designerisches Highlight aber doch schon ein erheblicher Unterschied zu den ehemals mausgrauen PC-Lautsprechern aus dem letzten Jahrhundert. Aufgestellt und auf korrekte Funkübertragung eingestellt sind die Dinger in nullkommanix. Damit endet aber die Liste der positiven Aspekte recht schnell. Das Gehäuse ist aus Plastik und ein wirkliches Gefühl der Wertigkeit stellt sich nicht ein. Die blaue LED ist die Betriebsanzeige und leuchtet ständig, oder, vielleicht sollte man sagen strahlt. Die ist nicht unauffällig sondern taugt im Dunkeln auch als Notlicht. Hoffentlich hört dieser Unsinn bald auf, jedes elektronische Gadget mit blauen LEDs zu bestücken. Das nervt.

Hinter dem darunter befindlichen Fenster aus dunklerem Kunststoff ist der Empfänger für die Fernbedienung versteckt. Der Klang der Schachteln ist wie vermutet, vielleicht nicht ganz so häßlich, wie ich erwartet hatte. Etwas Bass ist zu vernehmen, Höhen auch, aber dazwischen klingt alles irgendwie dumpf. Die Lautstärke ist (vermutlich je nach Betriebsart) auch ordentlich. Betriebsart meint, dass die Dinger mit den mitgelieferten Steckernetzteilen oder mit Batterien (Typ C) befeuert werden können.

Was mich an den Dingern allerdings am stärksten stört, ist das in meinen Augen unausgereifte Design hinsichtlich Stromverbrauch. An den Lautsprechern ist ein Power-Knopf dran, aber diese Funktion ist nicht auf der Fernbedienung vorhanden. Der Betrieb auf Schränken oder die Anbringung unter der Decke ist damit nicht machbar, weil man die Lautsprecher nur am Gehäuse an-/ausschalten kann. Es gibt zwar die Idee des sparsamen Umgangs mit Strom: wenn per Fernbedienung auf Mute (nur auf der Fernbedienung) geschaltet wurde, wird nach 5 min die Stromzufuhr komplett unterbrochen. Zum Wiedereinschalten ist dann an jedem Lautsprecher eben der Power-Knopf zu drücken. DAS ist bei mir in der Kategorie Show-Stopper und hätte ich das vorher gewusst, würden die Dinger jetzt nicht hier stehen.