Neusprech und PR-Abschaum

Krankenkassen gehören bei mir schon seit geraumer Zeit zu den Gesellschaftsteilen, die ich mit äußersten Argwohn beobachte, nicht nur aufgrund verschiedener Vorgänge im Familienumfeld. Die gleiche Art Argwohn wie gegenüber solchen Institutionen wie dem Öffentlich-Rechtlichem Rundfunk oder der GEZ dem dazu gehörenden Beitragsservice. Das von den ehemals guten Ideen dieser Einrichtungen durch den neoliberalen Wind bald nicht mehr viel existieren wird, kann man unter anderem am Schriftverkehr erkennen, der die gleichen hinterfotzigen kommunikationspsychologischen Mechanismen verwendet, wie es sonst auch üblich geworden ist. Nachteile verschweigen oder verstecken und niemals deutlich und unmissverständlich ansprechen. Den meisten Leuten, die ebenfalls so ein Schreiben mit „… Entwicklung Zusatzbeitrag“ bekommen haben, wird das vermutlich gar nicht auffallen. Ein Glück dass es so etwas wie Sonderkündigungsrechte gibt. …Interessanterweise gehen von der Frist schon mal 7 Tage ab, da der Brief erst heute meinen Kasten aufgesucht hat. (Ob die Post für Porto Großkundenrabatte einräumt, wenn die Briefe etwas länger dauern sollen? *g)

daily chromium rants?

There’s enough room to make me unhappy with this peace of software. And I think it will become a nightmare in the future, not just for me.

$> chromium
[25462:25462:0204/225225:ERROR:chrome_browser_main_extra_parts_gtk.cc(50)] Startup refusing to run as root.

Are you fucking kidding me? Oh, wait, maybe there’s a hint in the manpage…

Chromium has hundreds of undocumented command-line flags that are added and removed at the whim of the developers.

Yeah, thanks you.

I just wanted to start the evening watching a tv show and to my surprise the pepperflashplugin was somehow gone (it just runs way better then the old gray-ish std-flashplugin). Not listed under plugins too. Its installed and I even re-installed it just to make sure. Nope. And flags from /etc/chromium/default seem to be ignored too. Trying another user…

Failed to create secure directory (/run/user/1001/pulse): Permission denied

Wait, what? That’s the wrong uid, no wonder you get no access. But wtf?

I played around with disk-cache-settings (for testing purposes with tmpfs) and got this:

[29286:29318:0204/231451:ERROR:cache_creator.cc(115)] Unable to create cache

And why? Please? Maybe I should take a look at the manpage… oh, wait.

edit (6.2.)

$ chromium –debug-plugin-loading

Loading plugin /usr/lib/pepperflashplugin-nonfree/libpepflashplayer.so
Plugin /usr/lib/pepperflashplugin-nonfree/libpepflashplayer.so doesn’t have a NP_GetMIMEDescription symbol

see: http://peter.sh/experiments/chromium-command-line-switches/

 

Und weitere Argumente gegen chrome

Von fefe schon verlinkt, beschreibt ein Artikel in der New York Times, dass chrome bald Ersatztechniken für das Werbe-Tracking enthalten soll. Da das mit dem Einsatz von Keksen verbundene tracking auch dem Letzten mittlerweile langsam klar geworden ist bzw. andere Browser dazu übergehen bestimmte, abwehrende Einstellungen hinsichtlich Drittpartei-cookies zu übernehmen, braucht die Werbeindustrie und Firmen wie google eine neue Möglichkeit zum Verfolgen von Usern.

Welchen Browser nehmen?

Schon seit ’ner halben Ewigkeit, nicht nur aufgrund des gelegentlichen Webseitenbaus, sind immer mindestens 2 Browser installiert. Lange Zeit war und ist opera mein „Arbeitstier“ gewesen, aber die Zukunft ist ungewiss. Nach dem Wechsel der Engine sind die ersten Testversionen leider nur noch ein Abklatsch von chromium und der Wust an Funktionen, die man beim norwegischen Webstöbergerät liebte, fehlt. Nein, chrome/chromium ist kein würdiger Ersatz. Zu viel Umgewöhnung, zu viel Funktionen, die das Verwenden eher erschweren. Das geht bei solchen Kleinigkeiten los, dass man in der Adresszeile 3 mal klicken muss, um den aktuellen URL zu markieren; keine vernünftige Gesten-Unterstützung und jede Menge Funktionalität, die nur mit Erweiterungen zu bekommen sind, während sie bei opera sofort nach der Installation verfügbar waren. Und wenn man mal wireshark die Startphase von chromium mitschnüffeln lässt, wird die Laune auch nicht besser. Und mit dem Feuerfuchs siehst das nicht viel anders aus.

Konsequenz der Bequemlichkeit

Oh oh, dachte ich heut Nachmittag, als ich versuchte, meinen Passwort-Safe zu öffnen. Den hatte ich seit einiger Zeit nicht mehr angefasst, genauer gesagt, seit der Umstellung des Systems von 32 auf 64 Bit. Eigentlich ist das – im theoretischen Idealfall – kein Problem, weil das System trotz breiterer Architektur bei Vorhandensein der 32Bit-Bibliotheken auch 32Bit-Programme ausführen kann. Die hatte ich vermutlich bis vor kurzem auch noch auf der Platte und es wäre mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, vielleicht etwas Gejammer wegen fehlender Bibliotheken, aber es wäre noch möglich gewesen. Durch einen unsachgemäßen Eingriff hab ich aber den Paketmanager vor ein paar Wochen dazu gezwungen, aus dem eigentlich inkonsistenten Zustand (Unmengen an alten 32Bit-Paketen waren noch auf der Platte, aber das Paketsystem sah sie nicht mehr) wieder einen konsistenten Zustand zu machen. Das hatte das Entfernen von reichlich 1200 Paketen zur Folge, u.a. auch das für diesen Artikel ursächliche. Leider geht Nachinstallieren für x86_64 auch nicht mehr, da das Paket gar nicht mehr im Debian-Paketsystem geführt wird. Da ist guter Rat teuer.

Glücklicherweise finden sich im Netz noch die originalen Quellen (2010 das letzte Lebenszeichen) auf github. Und in meiner nicht-mehr-ganz-so-jugendlichen Naivität dachte ich natürlich, dass ein Übersetzen der Quellen mit dem aktuellen System kein Problem sein sollte und mich zum Öffnen des Safes befähigen müsste. (Der geneigte Leser mag sich die Fortsetzung dieses Gedankengangs kurz selbst ausmalen.) Es ging natürlich nicht. Obwohl das Binärformat des Safes in einer Definition festgeschrieben ist und eigentlich unabhängig von der verwendeten Architektur sein müsste, ließ sich die Datei nicht öffnen, schlimmer noch, das Programm verstarb geräuschvoll mit SEGFAULT bei jedem Versuch.

Jetzt bleiben noch ein paar Möglichkeiten, bevor ich mir den Kopf zerbrechen muss, was an wichtigen Daten da drin stand, die ich unter Umständen nicht wieder zurück bekomme. Ein Übersetzen mit debug-Informationen, um überhaupt erstmal die Ursache des Fehlers beim Öffnen zu finden. Das wird nicht leicht, da make mit gesetztem DEBUG eine metrische Tonne an Fehlermeldungen ausspuckt. Eine andere Möglichkeit wäre ein cross compile für 32 Bit, was vermutlich am Alter der beteiligten Bibliotheken scheitern wird. Und der letzte Akt ist das Aufsetzen einer 32Bit-VM und das Übersetzen des Programms da drin. Auch nicht unbedingt ein Garant für guten Schlaf. Die nächsten Tage werden es zeigen.