Wo bleibt der shitstorm?

Abseits der Geschichte mit dem Löschen von utube-Videos, an welchen UMG keine Rechte hat, les ich heute bei telepolis in den Kommentaren zu einem Artikel, dass auch Leute belästigt werden, die Videos mit selbstproduzierter Musik hochgeladen haben. Der Artikel selbst bezieht sich auf public-domain-Inhalte (also kein Rechteinhaber, weil gemeinfrei), aber bei den selbstproduzierten Sachen kann/könnte ja derjenige, der das Video eingestellt hat, seine Rechte geltend machen und UMG mindestens abmahnen. Und vermutlich sind es international nicht wenige Leute, die so eine Erfahrung schon gemacht haben (wenn selbst bei tp sogar 2 Leute diesen Sachverhalt so kennen). Daher wundert es mich im Augenblick noch etwas, dass es da im Netz nicht schon lauter geworden ist in Richtung UMG (und Konsorten). Das sieht doch eigentlich wie eine tolle Vorlage für eine Massenklage aus. Und das utube die Füße still hält und vielleicht lieber andere vorpreschen lässt erscheint mir auch plausibel. Abwarten, möglicherweise muss ich nur etwas mehr Geduld haben.

tunes to mesmerize 3

Der folgende Track lief vor kurzem in einem Film (Go Fast) und ich kannte den irgendwie, konnte ihn aber nicht zuordnen. Trotzdem ließ er mich nicht los, sogar nachts, im Halbschlaf, schoß er mir durch den Kopf. Jetzt nach zwei Tagen grübeln den Film nochmal besorgt und diesmal im Abspann erkannt (der soundtrack war natürlich keine Hilfe, aber das ist ja auch nix neues.)

LCD Soundsystem – Get Innocuous

best thing ever, maybe

Es fällt mir sehr oft auf. Kommentare bei utube, nicht nur die mit den meisten grünen Daumen unter dem Video, auch noch weiter unten, die derartige Superlative bemühen. Warum machen die Leute das? Ich kauf denen das eigentlich nie ab, weil ich es als Heuchelei empfinde. Aber vielleicht erwarte ich da auch nur zu viel und das Netz ist eh voll mit diesen belanglos dahin geschriebenen Empfindungen, die keine sind. Aber warum klicken dann noch so viele Leute diese Art von Kommentar nach oben? Irgendwie scheint das trollen da die einzige Antwort drauf zu sein.

Journalistische Standards beim NDR

Hier oder auch bei fefe wurde auf eine Sendung des NDRs hingewiesen, die sich in die gegenwärtige Diskussion um die Nutzung der Kernenergie einreiht. Bis jetzt hab ich nur den kurzen Ausschnitt gesehen, über den so viele aufgebracht sind, soll er doch ratlos suchende Reaktorfahrer bei einem zufällig gefilmten Störfall im KKW Brokdorf zeigen. Mich wurmen an diesem Beitrag bzw. an der Diskussion mehrere Dinge: da weiß auf einmal jeder wie ein Reaktorfahrer im Falle einer Störung zu reagieren hat, oder was? Sollen die da hysterisch schreiend auf den Knöpfen der Anlagenkontrolle rumdrücken oder wie sollen die denn nach Meinung der grummelnden Mehrheit reagieren? In meinen Augen (und nach meiner Vorstellung) tritt da ein Fehler auf und die Verantwortlichen versuchen zuerst die Ursache zu klären, warum da etwas als Fehler gemeldet wird und ob die Quelle tatsächlich in diesem Anlagenteil liegt. Dass die da erstmal einen Plan zur Hand nehmen, find ich sinnvoll. Viele andere (siehe utube-Kommentare) sehen darin Ratlosigkeit. Na klar.

Und was bitte geht beim NDR vor, wenn in dem Beitrag behauptet wird, dass das die Warte des AKWs ist und der Störfall gerade eine ernste Situation im Betrieb darstellt, obwohl es sich laut eines Kommentars im Kurzvideo und auch laut einer bei fefe eingetroffenen Mail tatsächlich um den/einen Reaktor-Simulator der Kraftwerksschule Essen handeln soll? Für Außenstehende ist jetzt erstmal schwer beweisbar, welche Warte da wirklich zu sehen ist. Aber wenn sich das als Tatsache herausstellen sollte, müsste die Frage nach den Standards der Arbeit beim NDR auf den Tisch. Erklärung dazu: Es gibt zwei unterschiedliche Videos bzw. Streams, in einem kommt die Szene nicht vor, im anderen aber. Dann passt das ja wieder mit den Standards, allerdings fragt ich mich schon, warum die sich beim NDR in den Fuß schießen wollen und zusätzlich Verwirrung stiften. Was die Wertung der Handlung der Reaktorfahrer angeht, steht meine Meinung weiterhin oben.