GEMA: ein Schneeballsystem?

Da hat fefe mal wieder einen ‚feinen‘ Artikel ausgegraben, der gut dazu taugt, die Stimmung in Regionen absinken zu lassen, in denen man nur noch Gewaltfantasien entwickelt bzw. durchlebt. In Kurzform beschreibt dieser ältere Artikel (und auch darauf folgende) wie die GEMA bzw. deren Abrechnungs- und Ausschüttungssystem funktioniert. Schon die kleineren Details, die auch nur bruchstückhaft beschrieben werden, reichen, um das Gesamtsystem mehr als nur in Frage zu stellen. Wie so oft sind die (gute) Idee und die tatsächliche (fürchterliche) Implementierung so weit voneinander entfernt (hint: GEZ), dass man nichts Gutes mehr am Erhalt solch eines Systems finden kann.

Wenn Unmengen kleinerer Künstler nur einen Bruchteil der vom Veranstalter eingezogenen Gebühren ausgeschüttet bekommen, obwohl sie überwiegend wenn nicht gar ausschließlich eigene Kompositionen und Texte aufführen, steht die Frage im Raum, wo diese Diskrepanz wieder auftaucht, d.h. wohin diese Differenz fließt. Wenn das Abrechnungssystem so eine Ungleichbehandlung vereinfacht bzw.  überhaupt erst herstellt, fragt man sich, wie so ein System überhaupt erst eingeführt werden kann, ohne dass es von allen Beteiligten Protest hagelt. Ganz einfach: mit allerlei rechtlichem Hickhack, der der Majorität gar keine Entscheidungskompetenz zugesteht. Oder – wie in diesem Fall – noch einfacher: es gibt [für euch] gar nichts zu entscheiden zum Mantra der Handlung macht.

Der größte Unterschied zu einem Schneeballsystem dürfte wohl das Fehlen der monoton steigenden Neuteilnehmer sein und dass es keine wirkliche Spitze der Pyramide gibt. Nur zwei stark unterschiedlich besetzte Interessengruppen, wobei die kleinere von beiden die Entscheidungshoheit besitzt und sich selbst Vorteile daraus verschafft.

Mich ärgert, dass ich mit meinen, über lange Jahre der Club- und Konzertbesuche bezahlten Eintrittsgeldern diesen unerträglichen Zustand auch noch unterstützt hab. Wenn der Großteil davon nicht bei den Clubs bzw. den Bands hängen bleibt, läuft etwas gewaltig schief. Aber das ist ja nix neues in unserer Gesellschaft.

Wo bleibt der shitstorm?

Abseits der Geschichte mit dem Löschen von utube-Videos, an welchen UMG keine Rechte hat, les ich heute bei telepolis in den Kommentaren zu einem Artikel, dass auch Leute belästigt werden, die Videos mit selbstproduzierter Musik hochgeladen haben. Der Artikel selbst bezieht sich auf public-domain-Inhalte (also kein Rechteinhaber, weil gemeinfrei), aber bei den selbstproduzierten Sachen kann/könnte ja derjenige, der das Video eingestellt hat, seine Rechte geltend machen und UMG mindestens abmahnen. Und vermutlich sind es international nicht wenige Leute, die so eine Erfahrung schon gemacht haben (wenn selbst bei tp sogar 2 Leute diesen Sachverhalt so kennen). Daher wundert es mich im Augenblick noch etwas, dass es da im Netz nicht schon lauter geworden ist in Richtung UMG (und Konsorten). Das sieht doch eigentlich wie eine tolle Vorlage für eine Massenklage aus. Und das utube die Füße still hält und vielleicht lieber andere vorpreschen lässt erscheint mir auch plausibel. Abwarten, möglicherweise muss ich nur etwas mehr Geduld haben.

Schon wieder fetter werdende Software

Aufgrund eines (vermutlich) eher banalen Fehlers beim Aufbereiten der neuen Pakete durch den Maintainer, ist das update von syslog-ng bei mir erstmal fehlgeschlagen. Bisher gab es nur ein Paket, syslog-ng. Neu ist, dass syslog-ng ein Meta-Paket ist, dessen Installation selbst eigentlich keinen weiteren Inhalt mitbringt, aber stattdessen mehrere neue Pakete als Abhängigkeiten mitinstalliert. Warum? Weil die Software seit Neustem (im debian-Zeitraum) Plugins für diverse Speichertechniken wie zum Beispiel Datenbanken mitbringt. Das gleiche hab ich auch schon an anderer Stelle gesagt: sowas ist für mich ein Grund, mich nach einer anderen, schmaleren Software umzusehen und bei Erfolg diese zu installieren. Ich möchte das nicht. Syslog-ng war einst eine kleine, aber feine Alternative zum Standard syslog/klog und machte eigentlich nur den Kern dessen, was eine logging-Software machen soll: Nachrichten des Kerns und verschiedener Daemons entgegen nehmen und abhängig von der Konfiguration in Dateien schreiben oder an einen anderen Rechner schicken. Das ist in meinen Augen noch als KISS-gerecht zu bezeichnen. Aber nicht mehr das Schreiben von log-Meldungen in Datenbanken. Die Möglichkeit Plugins zu nutzen sollte entweder schon beim ersten Entwurf der Software Bestandteil sein oder gar nicht. Das nachträgliche Einführen ist in meinen Augen der sichere Weg um die Software fett und anfällig zu machen, sprich: bloat. Die Plugins bedeuteten ja nicht, dass der Kern der Software unangetastet bleibt. Auch wenn der Großteil der neuen Funktionalität in externen Modulen liegt, so muss doch das mögliche Einbinden weiterer Module zusätzliche Arbeit beim Verarbeiten von log-Meldungen und beim Laden des Programms bedeuteten. Also die Komplexität steigt erheblich an und damit die Anfälligkeit für Fehler. Bei so einer grundlegenden Anwendung wie dem syslog-Daemon keine gute Idee. Vor allem, da die angebotenen Plugins sicher nur einen Bruchteil der Anwender wichtig sind. Und wenn ich mir so die wishlist-Punkte im bugtracker anschau, wird mir nicht besser.

Nachtrag: die Homepage von syslog-ng bestärkt mich nur noch mehr. Das es eine kommerzielle Variante gibt, ist schon länger bekannt und eigentlich kein Problem. Nur wenn die Feature-Liste zu nackt aussieht, kauft das ja keiner, also wird da reinimplementiert was das Zeug hält. Bullshit-Bingo dürfte damit auch in erreichbarer Entfernung sein.

Motorolas Handy-Sparte im Roten: Ach nee

Mir fällt zwar jetzt kein Grund ein, warum die anderen Hersteller von mobilem Quassel-Equipment im Vergleich „satte Gewinne“ machen, aber dass Motorola Mobility in den roten Zahlen rumkraucht, wundert von der überwiegenden  Menge an Motorola-Besitzern sicher keinen. Obwohl die Meisten sicher nicht wissen, wie diese Zahlen überhaupt zustande kommen und dass das alles eh nix mit der Nutzung des Telefons zu tun hat. Wenn das Teil an den Mann respektive die Frau gebracht ist, rührt Motodings keinen Finger mehr. Wie kann man so treffend an vielen Stellen nachlesen: Hardware top, Software flop^wCRAP.  Die update-Politik ist völlig für den Hintern (ok, die anderen Android-Hersteller sind da auch nur marginal besser) und google sollte mal mit der großen Klatsche draufhauen. Zumindest für Motorola sollte sich der letzte Punkt erübrigen, da sie nun mal in die Android-Quelle inkludiert worden sind. Abgesehen von der Updaterei gibt es ja trotzdem noch eine Menge anderer Punkte, die die Typen da verbessern könnten. Dieses unsägliche Motoblur gehört dazu, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob mir mehr die all-in-one-Mentalität (alle interessanten Dienste wie twitter, facebook, picasa, … werden über motorola-Server abgewickelt) oder die Unzuverlässigkeit der Dienste mehr auf’s Gemächt gehen. Das Netz ist voll von Berichten der Leute, die irgendeins der Smartphones dieses Herstellers haben und toll finden, aber beim Großteil der mitgelieferten Software ist der Tenor: pfui!

64kbit mono? 2011?

 

für ’nen Stream, der Musik als Hauptinhalt hat? Jaja, nicht wenige würden das meiste, was auf rinse fm läuft, wohl nicht als Musik bezeichnen, aber die werden sicher auch ohne rinse glücklich. Mir fehlt aber genau das. Ich hätte gern 2 Kanäle und wenigstens 128k und würde liebend gern ein paar Zahlungseinheiten/Monat dafür locker machen. Wenn, ja wenn die Quali halbwegs ansprechend wär und das Angebot überhaupt existieren würde. Die Konserven (aka podcast) sind ja in 128k (oha, beide Kanäle), aber klingen tut es leider immer noch wie ’ne analoge Telefonverbindung von Christchurch nach Anchorage (über Abidjan). Vielleicht sollte ich einfach meine Kopfhörer und die guten Lautsprecher wegschmeißen und das Audiosignal nur noch über den Lautsprecher der Türgegensprechanlage leiten. Das wäre angemessen.

 

(Oops, da muss ja noch ein Artikel zu den Lautsprechern kommen)

 

About bloatism in software

bloatism: a disease-like process of software getting bigger and bigger all the time and losing the focus on KISS

Many people know that problem, especially older ones. Software you get used to over the years and that is in a constant development process grows bigger and bigger, gets new features with every major version number step. The point is: when does the developer thinks the software is feature complete and should it be feature complete at one point in time at all? And what is with new features because of new requirements from outside?

opera

At the moment the software I’m referring to is opera, the browser. I use it since many years and it was my favorite browser all the time. And it is still yet. I had a discussion with friends about it. They stopped using opera because they mostly don’t like many new features, some of them they hate (despite that the fact that one can disable many of them). On such feature is that there is only the  domain part of an address displayed in the address bar. If that option is disabled you’ll see the full address but the non-domain part in lighter gray. Not a big deal in my eyes. I’m annoyed by things like bittorrent or mail client in the browser and the fact, that you don’t have to use it but it’s in the software (in the code) anyway. And every tiny little  feature adds up to a big extra chunk of code that bloats the whole program and makes it slow. Sure, opera is one of the fastest. But it could be the fastest. I would love a slimmed down version, without mail/bittorrent/rss/chat and all that things that are better handled with a extra program. I would love a insanely fast browser with low memory usage.

(And: nope, firefox failed. It’s to slow even out of the box, without any add-on)