Noch eine RAW-Software

 Oh fein. Dank phoronix probier ich gerade eine weitere Software für die Bildbearbeitung (mit Schwerpunkt RAW) unter Linux aus. Ja, digikam ist brauchbar und ein sehr umfassendes Programm, aber langsam (auf meiner vermutlich etwas zu alten hardware) und bloat-ig. Wenn also was Neues auftaucht, schau ich von Neugier getrieben und auch etwas mit dem Wunsch nach mehr speed drauf.

darktable ist hier imo ein Wortspiel  aus dark room und light table, beides Modi, in welchen das Programm zu nutzen ist, wobei darkroom für die Einzelbild-Anzeige und lighttable für ein Set von Bildern steht. Und es erscheint mir nach den ersten Minuten tatsächlich schneller bei grundlegenden Aktionen, auch wenn es sicherlich nicht hexen kann.

Die Oberfläche sieht auf den ersten Blick sehr aufgeräumt, gar spartanisch aus. Das Konzept macht auf jeden Fall einen interessanten Eindruck. Vor Tastaturbenutzung sollte man keine Angst haben, da diese für einen schnellen Arbeitsablauf essentiell ist und hier auch umgesetzt wurde. Die andernorts obligatorische Menüzeile sucht man hier vergebens. Die Begründung dafür findet sich in den GuiGuidelines im darktable-wiki.

Nach den ersten Minuten will ich mich noch nicht festlegen, ob das Programm ein Ersatz oder eine Ergänzung wird. Zwei Systeme rund um Bearbeitung und Verwaltung kann man sicherlich machen, bringen aber zusätzliche Probleme. darktable hat mit seiner Unabhängigkeit von einer Desktop-Umgebung und der Möglichkeit für tethered shooting, der Unterstützung des neusten Krams wie zB. Beschleunigung mittels OpenCL, einige starke Argumente.

Bilder alter NASA-Missionen zum Stöbern

Ich weiß nicht, wie viel davon schon länger im Netz war; die Bilderserien der Gemini-Missionen sind gerade erst online gestellt worden und laden zum Stöbern ein. Natürlich ist da auch viel aus Laien-Sicht uninteressantes dabei, aber auch jede Menge Bilder, die entdeckt werden wollen und viele unterschiedliche, interessante Objekte auf der Erdoberfläche oder darüber. Etwas Geduld sollte man allerdings mitbringen, da das Laden der einzelnen Galerien etwas dauert. 

Zum Angebot gehören auch Filme, die Technik von der Bildentstehung bis zum fertigen  Galeriebild wird erklärt und es gibt auch Geschichtslektionen zum Zweck der Missionen. Die Bilder selbst (zumindest der Gemini-Missionen) sind public-domain-Material.

Unwissenheit schützt oft doch vor Strafe

Also zumindest oft genug um diesen meistens in entsprechenden Diskussionen auftauchenden Anachronismus endlich mal zu entsorgen. Nicht nur mir ist diese Tatsache spätestens seit der Lektüre des Lexikons der Rechtsirrtümer von Ralf Höcker bekannt, allerdings sind mir seine dazu aufgeführten Beispiele schon längst wieder entfallen (mal wieder rauskramen!). Ein aktuelles und interessantes Beispiel kommt aus einer Ecke, die Vielen einen kalten Schauer über den Rücken jagt: Filesharing-Abmahnungen. Das OLG in Düsseldorf gesteht einer Abgemahnten dieses Nichtwissen zu und ermöglicht ihr so Prozesskostenbeihilfe. Die abmahnende Kanzlei hat wohl etwas leichtfertig gehandelt und der Abgemahnten den konkreten Anlass vorenthalten, was vom OLG gerügt wurde.

Die sachliche Einordnung in das Arsenal der Mittel solch einer Diskussion nennt sich dann Bestreiten durch Nichtwissen und ist in der Zivilprozessordnung zu finden.

Photobearbeitung und -verwaltung für Professionelle

Ich hatte vor einiger Zeit schon mal drüber nachgedacht, ob ich mir nicht eine Lizenz für Bibble Pro zulege, weil die Testversion einen recht guten Eindruck hinterlassen hatte. Speziell die Verarbeitungsgeschwindigkeit war klasse aufgrund des Multithreadings, für mich mit auf der höchsten Prioritätsstufe. Allerdings waren da hinter den Kulissen noch einige Fehler zu finden und letztlich war mir das zu viel Geld für das knausrige Interface.

Etwas Erstaunen hat dann die Nachricht  bei mir hervor gerufen, dass Corel die Firma Bibble gekauft hat und seitdem die Software unter dem neuen Namen AfterShot Pro vertickt. Corel gibt’s tatsächlich noch? … Na jedenfalls soll die mit digikam vergleichbare Software auch weiterhin für Linux angeboten werden und unterstützt zumindest auf dem Papier 32 und 64 Bit.

SSDs, ext4 und BigAlloc

Einige Fundstücke, die sich mit dem Themenkomplex Dateisysteme und SSD beschäftigen. Aufhänger war hier BigAlloc, ein neues Feature für ext4, dass oberflächlich gesagt mehrere kleine Blöcke zusammenfasst und so Verwaltungsaufwand beim Schreiben (deutlich) minimieren kann. Bedauerlicherweise kann es nur mit neu anzulegenden ext4-Partitionen verwendet werden und nicht in bereits existierenden. Erfreulicherweise erhellen die Kommentare bei lwn.net die Funktionsweise von ext4 soweit, dass klar wurde, dass ein ähnlicher Mechanismus bereits eingebaut ist: extents.

Der zweite Artikel vergleicht SSDs und Journaling-Dateisysteme anhand ihrer funktionellen Mechanismen und stellt die Behauptung auf, dass eigentlich SSDs schon genau das tun, was journaling bei Dateisystemen wie xfs, ext3/4 oder btrfs bwirken soll. Interessanter Gedanke in den Kommentaren (sinngemäß): SSDs sind quasi als Ersatz für rotierende Festplatten entworfen worden und werden aktuell auch so gebaut, obwohl die zugrundeliegende Technik völlig anders funktioniert. Mittels des Controllers und der Firmware werden sie aber so gesteuert, dass sie für das Betriebssystem wie eine normaler ATA-sprechender, rotierender Datenträger aussehen. Die Konsequenz daraus ist, dass sie eigentlich eine viel schlechtere Performance liefern als sie eigentlich könnten und dass das zu einem Großteil der Marktdominanz von M$-basierten Desktop-Systemen geschuldet ist.

GEMA: ein Schneeballsystem?

Da hat fefe mal wieder einen ‚feinen‘ Artikel ausgegraben, der gut dazu taugt, die Stimmung in Regionen absinken zu lassen, in denen man nur noch Gewaltfantasien entwickelt bzw. durchlebt. In Kurzform beschreibt dieser ältere Artikel (und auch darauf folgende) wie die GEMA bzw. deren Abrechnungs- und Ausschüttungssystem funktioniert. Schon die kleineren Details, die auch nur bruchstückhaft beschrieben werden, reichen, um das Gesamtsystem mehr als nur in Frage zu stellen. Wie so oft sind die (gute) Idee und die tatsächliche (fürchterliche) Implementierung so weit voneinander entfernt (hint: GEZ), dass man nichts Gutes mehr am Erhalt solch eines Systems finden kann.

Wenn Unmengen kleinerer Künstler nur einen Bruchteil der vom Veranstalter eingezogenen Gebühren ausgeschüttet bekommen, obwohl sie überwiegend wenn nicht gar ausschließlich eigene Kompositionen und Texte aufführen, steht die Frage im Raum, wo diese Diskrepanz wieder auftaucht, d.h. wohin diese Differenz fließt. Wenn das Abrechnungssystem so eine Ungleichbehandlung vereinfacht bzw.  überhaupt erst herstellt, fragt man sich, wie so ein System überhaupt erst eingeführt werden kann, ohne dass es von allen Beteiligten Protest hagelt. Ganz einfach: mit allerlei rechtlichem Hickhack, der der Majorität gar keine Entscheidungskompetenz zugesteht. Oder – wie in diesem Fall – noch einfacher: es gibt [für euch] gar nichts zu entscheiden zum Mantra der Handlung macht.

Der größte Unterschied zu einem Schneeballsystem dürfte wohl das Fehlen der monoton steigenden Neuteilnehmer sein und dass es keine wirkliche Spitze der Pyramide gibt. Nur zwei stark unterschiedlich besetzte Interessengruppen, wobei die kleinere von beiden die Entscheidungshoheit besitzt und sich selbst Vorteile daraus verschafft.

Mich ärgert, dass ich mit meinen, über lange Jahre der Club- und Konzertbesuche bezahlten Eintrittsgeldern diesen unerträglichen Zustand auch noch unterstützt hab. Wenn der Großteil davon nicht bei den Clubs bzw. den Bands hängen bleibt, läuft etwas gewaltig schief. Aber das ist ja nix neues in unserer Gesellschaft.