OccupyDings

Am ersten Wochenende der Proteste an der Wall Street dachte ich noch, dass das wohl nicht lange geht und bei einem Häufchen von ein paar hundert Personen sowieso keiner (aus der dicken Presse) hinkuckt. Die Medienberichte waren auch tatsächlich nicht sichtbar. Aber die wenigen Hundert haben durchgehalten und sind immer noch dort, manchmal waren es ein paar mehr und manchmal waren ganze Straßenzüge voller Menschen. This sums it all up #occupywallstreet #ows #occupyhouston #oc... on TwitpicMittlerweile ist die Bewegung weiter gewachsen und in vielen Städten anzutreffen und nicht mehr nur auf twitter eine  Erscheinung. Hoffentlich wächst das noch weiter und wird lauter und heftiger und nimmt noch mehr andere, eigentlich unbeteiligte Leute mit. Irgendwann muss dann die US-Regierung Stellung beziehen. Und wenn das passiert, dürfte das auch für andere Länder ein Hinweis sein. Aber meine skeptische Natur sorgt dafür, dass ich nicht erwarte, dass da in absehbarer Zeit genug passiert, um ein politisches Zeichen zu setzen, geschweige denn eine Änderung herbeizuführen, die den Grund für die Proteste beseitigt oder abschwächt.

Verschmähe die Trailer!

Immer wieder passiert es, obwohl ich mir schon hundert Mal (völlig übertriebene Zahl) vorgenommen hab, dass ich mir keine Trailer zu Filmen ansehen will. In der Regel sind es Filme, die erst mal überhaupt eine gewisse Aufmerksamkeitsschwelle überschreiten müssen (Titel, Schauspieler,Regisseur,Thema,…). Es ist auch viel einfacher geworden, seit ich keinen Verblödungsstrahler (vulgo: TV) mehr habe. Trotzdem lässt es sich auch im Netz, oder vielleicht gerade dort, nicht vermeiden. Und dann hat man doch mal auf den Link geklickt. Das endet dann bei mir damit, dass ich den Film nicht mehr sehen will. (Was zumindest für die Qualität des Trailers spricht) Aber die Vorfreude auf den Film, die Unvoreingenommenheit ist futsch. Die meisten Trailer (US-Streifen/Hollywood), die ich mal gesehen habe, erzählen eigentlich innerhalb von 2, 3 Minuten den kompletten Film. Bei schlechteren Streifen fassen sie auch die einzigen, wirklich sehenswerten Szenen zusammen. Ob das gewollt ist? Erscheint mir eher als eine selten dumme Idee.

Gib mir Werkzeuge

Als nächstes hätte ich gerne digitale Gegenmaßnahmen aus vertrauenswürdiger Quelle, die auch DAUs wie ich anwenden können #bundestrojaner (@holgi)

Das dem Trojaner innewohnende ist ja gerade der Versuch des sich Versteckens und unentdeckt zu bleiben. Wenn also nicht gerade Stümper am Werk sind, ist das Wissen der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen der Knackpunkt der Geschichte. Und das ganze auch noch DAU-gerecht zu schaffen, erscheint (fast) unmöglich. Ein IDS auf Basis einer whitelist hätte vermutlich viel zu viele Nebenwirkungen und ist letztlich auch nicht DAU-gerecht, weil ja das Wissen über gewünschte und unerwünschte Verbindungen auch von außen, vom Anwender kommen muss. Und das betrifft ja auch erst mal nur den Netzwerkverkehr des Trojaners. Vermutlich würde der schlaue Trojaner-Konstrukteur den Informationsab-/zufluss auch weitestgehend übersehbar machen, also zB. nur zulassen, wenn der Rechner gerade größere Mengen Pakete in’s Netz bläst oder lädt. Oder gar gleich in harmlos ausschauenden Paketen anderer Programme verstecken.

Und im System selbst? Eine spannende Frage, die die Analyse des CCC aufwirft, war die nach 64Bit-Windows-Systemen. Auf dem 32Bit-System konnte sich der Trojaner an beliebige Programme klemmen, bei den neueren 64Bit-Kisten sind ausführbare Programme signiert, dadurch kann eine Manipulierung sichtbar gemacht werden. Allerdings weiß ich an der Stelle zu wenig über 64Bit-Windozen, um sagen zu können, ob das auch für gerade laufende Anwendungen zutrifft (imo: schwer vorstellbar). Es gibt andererseits Software (zumindest kenn ich es von linux), die die Adressen und die Verwendung von Systemaufrufen überwacht und gegebenenfalls Alarm schlagen kann, aber die ist auch nicht als DAU-freundlich anzusehen.

Was bleibt denn dann noch? Hmm, eine gut bedienbare und bereits Expertenwissen verwendende Software, die gegen Trojaner  hilft, erscheint mir derzeit nicht in Sicht. Ich kenne jedenfalls keine, aber dass muss ja nicht heißen, dass es die nicht gibt.

text-to-speech für blogs?

Durch irgendeinen Artikel bei Telepolis bin ich gerade bei der Frage hängen geblieben, wie man wohl die blog-Inhalte für Behinderte zugänglich macht, also vorrangig Sehbehinderte. Der erste Gedankengang war, dass diese in der Regel eine Braille-Zeile im Einsatz haben, aber Audio eventuell noch besser wäre. Fünf Minuten Suche sind noch nicht wirklich hilfreich, um einen guten Überblick zu bekommen, aber das was in der kurzen Zeit zusammen kam, war eher ernüchternd. Meine (erste) grobe Einteilung trennt da zwischen rein web-basierten Diensten und lokalen Plugins, die Text in Hörbares umwandeln können.

Während das oben erwähnte Telepolis nichts dergleichen anbietet, hat der Newsticker von Heise zu jedem Artikel einen Knopf, der den (vermutlich recht kostenintensiven) Dienst von Readspeaker einsetzt. Da öffnet sich nach dem  Klick ein kleines Fenster, in dem der Artikel vorgelesen oder gleich heruntergeladen werden kann. Super praktisch in meinen Augen. Das hätte ich ja hier auch ganz gerne, aber es sieht nicht danach aus, dass es diesen Dienst für lau gibt.

Bei wordpress.org gibt es sogar ein Plugin, dass aber schon seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt wurde. Das letzte Update stammte von 2008 und ist offensichtlich nicht mehr mit neueren Versionen von wordpress verwendbar.

Damit heißt es  weiter suchen und lesen, zum Beispiel bei as your world changes, dem Blog von Susan Gerhart, die sich exzessiv mit diesen Themen auseinandersetzt. Leider ist der letzte Artikel da auch schon etwas länger her.

addendum: die Vorstellung, eine wordpress-Installation nur mit einem screen-reader zu pflegen, erscheint mir aberwitzig. Da seh ich ja manchmal schon nicht durch; wie geht das jemandem, der nur das abgehackte, blecherne Reden des Automaten hören kann?

Keine Lust zum Umfallen?

*Gähn* war die einzige Reaktion, die mir entwich, als ich die Begründung der Grünen für die gescheiterten Koalitionsgespräche in Berlin hörte. Wieso ist es denen gerade jetzt wichtig, nicht auf die eigenen Wähler zu pfeifen und umzukippen? Versteh ich irgendwie nicht. Ob nun zum dritten oder vierten Mal ein fauler Kompromiss eingegangen wird, ist doch unerheblich wenn es um den eigenen Anteil an der Macht geht, oder nicht? Der Wähler ist doch sowieso vergesslich oder verzeiht recht schnell.

Jetzt dürfte die CDU der wahrscheinlichste Partner in einer Koalition werden, was für eine Farce. Na wenigstens gibt es da in Sachen Autobahn keinen Zank.

Nackter Hass

Naja, ist vielleicht etwas übertrieben. Aber zumindest kann ich mir vorstellen, dass wenn mir mal ein Spammer in die Finger fallen sollte, ich unter Umständen große Freude daran hätte, den zu quälen. Beim Ausdenken der entsprechenden Mittel zur Bestrafung würde ich mir richtig Mühe geben und mir Zeit lassen und natürlich den Vorgang der Bestrafung ausführlich für andere Spammer dokumentieren. So richtig ordentlich mit eigener Webseite und Vorschlägen für die Bestrafung, Poll für die Leser und natürlich ein oder mehrere utube-Videos.

Nein, ich hab kein Problem mit Spam, an Eingang meiner inbox wacht ein sehr zuverlässiger Filter, der den ganzen Müll auf eine entsprechende Halde verschiebt, wo er dann auf seine Kompostierung wartet. Abundzu kuck ich da mal vorbei und lache bei einigen besonders schönen Exemplaren, bei anderen bin ich eben wütend (s.o.), weil die einem so eine billigen, radebrechenden Mist schicken, ohne einen Funken von Anstrengung bei der Erstellung bzw. Übersetzung des „Textes“. Falls mich das mal völlig deprimiert, kuck ich einfach bei 419eater.com vorbei und kuck mir den Trophäenraum an.