Abseits der Geschichte mit dem Löschen von utube-Videos, an welchen UMG keine Rechte hat, les ich heute bei telepolis in den Kommentaren zu einem Artikel, dass auch Leute belästigt werden, die Videos mit selbstproduzierter Musik hochgeladen haben. Der Artikel selbst bezieht sich auf public-domain-Inhalte (also kein Rechteinhaber, weil gemeinfrei), aber bei den selbstproduzierten Sachen kann/könnte ja derjenige, der das Video eingestellt hat, seine Rechte geltend machen und UMG mindestens abmahnen. Und vermutlich sind es international nicht wenige Leute, die so eine Erfahrung schon gemacht haben (wenn selbst bei tp sogar 2 Leute diesen Sachverhalt so kennen). Daher wundert es mich im Augenblick noch etwas, dass es da im Netz nicht schon lauter geworden ist in Richtung UMG (und Konsorten). Das sieht doch eigentlich wie eine tolle Vorlage für eine Massenklage aus. Und das utube die Füße still hält und vielleicht lieber andere vorpreschen lässt erscheint mir auch plausibel. Abwarten, möglicherweise muss ich nur etwas mehr Geduld haben.
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Sie ist doch genauso!
Ja, Neelie Kroes mein ich. Wer hat denn bitteschön von ihr erwartet, dass sie anders ist als all die anderen Politiker? Den vzGuttenberg als Berater anzustellen, ist genau die Schlagrichtung, die ich von solchen Leuten erwarte. Uiui, auch noch unbezahlt. Tstst. Wär ja auch noch schöner gewesen, wenn der Typ auch noch Geld dafür bekommt.
So sieht er aus, der erfolgreiche, schleichende Wiedereintritt die Politiklandschaft. Und demnächst dann als Kronzprinz mit neuer Partei auf Kanzlerkurs. Bäh, da steigt mir Essen im Hals hoch, wenn ich nur dran denke.
Der TüV zertifiziert alles, was nich bei 3 auf dem Baum ist
TÜV Austria zertifiziert Host Europe als „Trusted Cloud“-Anbieter
vermeldet heise heute. Klar doch, mit nem richtigen Anforderungskatalog und allem pipapo. Was die wohl dazu befähigt?
Die Dynamik zurückbekommen
Wie weiter unten schon angedeutet, gibt es bereits seit einiger Zeit Bestrebungen, mit einer hässlichen Eigenschaft von Privatrundfunk (und eben nicht nur dort) aufzuräumen. Die Rede ist von der Orientierung der Lautstärke an Maximalpegeln. Das kennt man zum Beispiel aus der Situation, wenn man gerade einen Film im tv sieht, vielleicht eine etwas leisere Szene, und im nächsten Augenblick kommt ohne Vorwarnung der Werbeblock, der einen von der Lautstärke her mehr oder weniger aus dem Sessel bläst. Viele greifen in dem Augenblick zur Fernbedienung, um die Lautstärke zu senken. Die Sender haben immer behauptet, dass das Signal nicht lauter ist. Da kommt aber der oben angesprochene Maximalpegel ins Spiel. Eine Ausrichtung an diesem bedeutet, dass Film und Werbeblock quasi die gleiche Maximallautstärke (peak) haben können bzw. damit ausgestrahlt werden. Was aber herzlich wenig Bezug zur Dynamik, dem Bereich zwischen leisesten und lautesten Passagen einer Sendung hat. Der Film hat mit den leisen Szenen und einigen lauteren Szenen eine größere Dynamik als der Werbeblock, bei welchem kein großer Abstand zwischen leise und laut existiert. Für den Werbeblock bzw. die einzelnen Spots ist maximal mögliche Lautstärke gewünscht, um den eigenen Inhalt der Werbung möglichst lauter und prägnanter als den der Anderen erscheinen zu lassen. Schon Mal gewundert, warum die Stimme eines Sprechers in einem Radio-Werbespot oder die der Moderatoren so kraftvoll und tief klingen? Alles nur mit technischer Hilfe möglich. Das Audiosignal wird komprimiert, was die Dynamik verringert und die Gesamtlautstärke (quasi der Mittelwert zwischen lauten und leisen Abschnitten) anhebt. Bei Werbung wird so etwas vermutlich immer gemacht, bei Filmen oder Musik sollte es die Ausnahme sein. In der Musikproduktion ist es – speziell bei Pop – wohl doch recht verbreitet. Es gibt nicht wenige Leute, die Tonträger der letzten 10,11 oder 12 Jahre ablehnen, weil sich diese unangenehme Eigenheit in der Produktion niederschlägt und letztlich nur Brei aus den Lautsprechern kommt. Wer Musik aber nur aus dem Handy hört, dass in der Hosentasche steckt (also nicht mal Kopf-/Ohrhörer verwendet), sieht da eher kein Problem drin.
Was soll jetzt die EBU-Empfehlung R128 (bzw. die internationale Variante der ITU, die ITU-R BS.1770) daran ändern? Nicht mehr der Maximalpegel ist als Bezugsgröße für die Aussteuerung zu verwenden, sondern die Gesamtlautstärke einer Sendung oder Passage, also der Mittelwert (vereinfacht) von lauten und leisen Abschnitten. D.h., im Idealfall fällt man beim Einsetzen eines Werbeblocks nicht mehr aus dem Sessel, weil die Lautstärke viel höher erscheint als in der letzten Szene des Films. Der grundsätzliche Effekt ist damit sicher nicht zu beseitigen, aber das liegt in der Natur der Dinge. Und auch der Zwang (wenn man denn davon reden kann) bei Audioproduktionen auf Dynamik zugunsten der erreichbaren Maximallautstärke zu verzichten, verschwindet. Oder um es mit den Worten von Florian Camerer (ORF), dem federführenden Experten bei R128, zu sagen: „Dynamik wird nicht mehr bestraft“ (sinngemäß).
Aktuelle Auswüchse (siehe auch der ursprüngliche Hinweis im Artikel weiter unten): ARD und ZDF werden zukünftig Werbung entsprechend der neuen Empfehlung leiser ausstrahlen, bei der ARD geht das am 1. Januar des kommenden Jahres los, beim ZDF ist noch kein genauer Termin bekannt. Und auch private Anstalten denken darüber nach bzw. wollen die ersten Erfahrungen anderer Sender beobachten.
disclaimer: ich bin kein Profi, deswegen kann ich u.U. manches falsch verstanden haben oder falsch interpretieren. Für ausführlichere Dokumentation sollte man daher auf die bei der EBU angebotenen Unterlagen zurück greifen: http://tech.ebu.ch/loudness/
Bild: F.Camerer, EBU Technical Review – 2010 Q3
Internationale Richtlinien zur Lautstärke von Rundfunk
Huch. Beim DLF, in der Sendung Markt und Medien kam vorhin ein Beitrag, bei dem es kurz gesagt um die Erarbeitung bzw. Einführung von Richtlinien zur Lautstärke von Rundfunk (also tv und radio) ging. Vermutlich jeder kennt das Gefühl, dass Werbeunterbrechungen einer (nicht nur) akustische Nötigung gleich kommen. Absehbar, aber zB. für mich neu war, dass der gegenwärtige Zustand nur eine Definitionsfrage ist: Werbung ist lauter, aber was bedeutet lauter? Geht es nur um den Maximalpegel oder um den Mittelwert einer/der Dynamik. Solche Fragen und deren Antworten sind Teil der Arbeit eines Gremiums der ITU, die irgendwann mal in konkrete Empfehlungen münden könnten. Eine schnelle Suche im Netz hat allerdings nichts ergeben. Mal schauen, was da noch so kommt.
Nachtrag: die Sendung beim DLF
Hasskappe wieder absetzen/Broder: geh kacken, man!
Nee, ich werd nich noch mehr dazu schreiben. Alles Notwendige wurde gesagt und eigentlich wäre es jetzt an fritz, die Geschichte in einem milden Abendlicht für Ken zu beenden und Broder bloßzustellen. Ich vermute allerdings, dass es dazu nicht kommen wird. Was nicht viel Neues über unsere Gesellschaft aussagt, aber den unangenehmen IST-Zustand untermauert.
foo: das mit dem Abendlicht scheint vorerst einzutreten.
