Welch hoffnungsloses Menschenbild!

titelt zeit-online nach Protesten in den Kommentaren zu einer Erwiderung Sigmar Gabriels auf den Vollspaten T.S. und sein Buch. Der originale Titel des Artikels war „Anleitung zur Menschenzucht“, was in meinen Augen, nach dem Lesen des Artikels, vollständig gerechtfertigt ist, aber nicht zu einer sachlichen und fundierten Kritik passt. Mir hängt – da werd ich wohl sicher nicht alleine dastehen – das Thema und sein Aufkochen in den Medien aus dem Hals heraus. Und dabei hab ich nicht mal eine Zeitung im Abo, mir reichen die Kommentare anderer Zeitungsleser und das, was ich online sehe.
Wer kein klares Bild der Diskussion hat und seine Zeit auch nicht mit dem Buch verschwenden will (ja, eigentlich muss man es lesen, um diesen Schwachsinn selber zu sehen – aber es gibt Unmengen viel besserer Bücher und Autoren), dem sei Gabriels Zusammenfassung des Inhalts und der Kritik daran empfohlen. Gabriel muss man anrechnen, dass er damit sein stark negatives Saldo – zumindest bei mir ist das der Fall – etwas ausbessert und zeigt, dass er auch zu mehr in der Lage ist als der überwiegenden Produktion heißer Luft. Natürlich ändert das nur sehr wenig am Bild der SPD, die für mich bis an’s Ende der Tage unwählbar geworden ist (sofern nicht die Hölle einfriert… *gacker*).
Zeit online hat übrigens am Ende des Textes darauf hingewiesen, dass der Vollspaten auch noch seinen Senf auf den Artikel Gabriels beitragen darf. Wer hat nochmal den Vorwurf der Meinungsunfreiheit rausgehauen? Riecht für mich irgendwie nach BLöD.

Inception

steht in diesem Fall für das „Pflanzen“ einer Idee. Ich hab mir den Film angesehen und bin doch sehr angetan gewesen. Selten in den letzten Jahren hat mich ein Streifen aus der dicksten Filmindustrie (nach Indien? *g) so gefesselt. Stellenweise kam ich gerade so zum Luftholen. Rasant ist er, aber nicht aufgrund bloßer Action (die es genügend gibt), sondern die Handlung ist in meinen Augen technisch komplex (nicht die Geschichte oder Idee an sich) und muss in der Zeit des Filmes irgendwie untergebracht werden. Und das ist vielleicht auch das Manko dieses Filmes: eben wegen des Zeitdrucks muss die Geschichte irgendwie so strukturiert sein, dass sie im gegebenen Zeitrahmen glatt abläuft. Gut konstruiert, aber eben konstruiert. Da ist keine Möglichkeit für die eigenen Gedanken bewusst gelassene Lücken selbst zu schließen, eben kein mindfuck, den ich eigentlich erwartet hatte. Irgendwie geisterte mir recht früh im Verlauf der Vergleich zu 13th floor durch den Kopf und ließ mich auch nicht mehr los.

Frustrierender Online-Einkauf-Versuch

Man, man. Das ist ja keine neue Erfahrung, dass online einkaufen durchaus mit Frust oder Sackgang verbunden ist, den ich mir gerne sparen möchte. Aber mir drängt sich der Gedanke auf, dass das in letzter Zeit immer mehr zur Normalität geworden ist. Fall 1: ich hab als Reaktion auf eine Support-Anfrage, die nach geschlagenen 7 Monaten beantwortet wurde, einen Gutschein bekommen. Den wollte ich heut einlösen, geb den Code ein und bekomm ein Ungültig (laut Support-Antwort bis Mitte August einzulösen). Fehler können natürlich überall auftauchen, aber wenn das zum dauerhaften Begleiter wird, seit Beginn einer Geschäftsbeziehung, dann schwindet das Vertrauen.
Fall 2: eine mir bisher als seriös erscheinende Firma (mit funktionierenden Prozessen *g) erhöht die Preise für einige ihrer Produkte um einen nicht gerade unerheblichen Betrag *und* listet in der Produktübersicht die Preise für eine Abnahmemenge von 100 Stück (bei einem Stückpreis von 49,99 EUR). Das mag rechtlich in Ordnung sein, aber ich frag mich dann schon, ob die jemals noch Geld von mir bekommen sollten.

Doch nicht alles schlecht in DE?

In den Kommentaren zu einem Artikel bei heise, der sich mit dem „Verbiegen“ von DNS-Antworten durch den eigenen Provider befasst, schildert ein Leser die aktuelle Situation in Kanada. Da gibts nur zwei große Provider, die sich den Markt mehr oder weniger teilen (mit allen negativen Konsequenzen). Da wird (zumindest bei einem der Beiden) ohne Bedenken eine Anfrage nach www.tagesschau.de auf einen eigenen Server umgeleitet. Pfui deibel, fällt mir da nur ein. Die Details zu weiteren Schandtaten werden noch finsterer.

Ab 2013 wird alles anders, ja nee…

Die Ministerpräsidentenrunde hat beschlossen, dass ab 2013, wenn nicht noch etwas dazwischenkommt, die Art der Finanzierung für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auf eine haushaltsbezogene Abgabe wechselt. D.h., dass jeder Haushalt eine einfache Zahlung für alle anfallende Geräte leistet. Die gerätebezogene Abgabe fällt damit weg und somit auch der Grund für die Armee der Kontrollschergen. Auch Firmen sollen, allerdings abhängig von der Anzahl der Beschäftigten, eine einfache Zahlung leisten. Bei selbstständigen geht aber die Diskussion mit dem unabhängigen Büro schon wieder los. Aber vielleicht sollte man erstmal die genaue Formulierung der Verordnung abwarten.
Dumm nur, dass die zukünftige Zahlung in etwa der gegenwärtigen Höhe der Gebühren für TV-Bezieher entspricht. Das trifft zum Beispiel mich, da ich kein TV hab und auch nicht dafür zahlen möchte, Radio hingegen schon. Und wenn es dabei bleibt, heisst das auch, dass die ÖR so gleich mal ihre Einnahmen ordentlich erhöhen.
Mal schauen, was sich da noch tut in der nächsten Zeit. Ich lehne eine Zahlung für die TV-Anstalten nach wie vor ab. Die Reform der Gebührenerhebung sollte ganz klar an eine Reform der öffentlich-rechtlichen Sender geknüpft werden: raus mit den Politikern aus den Verwaltungsräten, (Neu-)Definition und Umsetzung einer Grundversorgung, absolutes Verbot jeglicher Werbung, regelmäßige Prüfung der finanziellen Vorgänge durch unabhängige Gutachter,… |Liste wird fortgesetzt|

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