Take my money! … Nope

Ein großer dt. No-Frills-ISP könnte durchaus bestechend gut funktionieren. Will er aber nicht. Den Wechsel von Bestandskunden von ADSL zu VDSL gestaltet er wie einen Hürdenlauf (mit Schlammgruben und Tretminen). Man muss halt erst den alten Vertrag kündigen und dann den neuen Anschluss bestellen, auch wenn da noch gar nicht raus ist, ob überhaupt geliefert werden kann. „Blah, ist an ihrem Standort verfügbar“ heisst so viel wie „mal schauen, nää.“ Klar, man kann die Kündigung annullieren und die Bestellung stornieren. Aber auf so einen Bockmist hat doch keiner Lust, ähnlich wie Korkenzieher unter die Kniescheiben zu schrauben. Und dann kann man noch nicht mal die alte Telefonnummer mitnehmen!? Vielleicht hab ich auch noch nicht ganz verstanden, was mit NoFrills gemeint ist. Da gibt es ja die merkwürdigsten Übersetzungen für.

Rundfunkbeitrag … die 80E6+1ste Meinung

Wie passend… dieser Artikel bzw. seine Fragmente lagen schon eine Weile (seit Einführung der Haushaltsabgabe) im Entwurfskübel. Man kann irgendwie alles wieder verwenden.

In den letzten Wochen gab es genug(?) Diskussionen zum Rundfunkbeitrag bzw. zur GEZ bzw. zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und irgendwie drehen sich alle diese Diskussionen im Kreis. Die Befürworter beschimpfen die „Idioten“, die nicht zahlen wollen und die auch ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk auskommenden Aufgeklärten wollen für eine Nicht-Leistung kein Geld rausrücken. Das ist in der Regel alles nachvollziehbar und hat gute Gründe; auf beiden Seiten!

Disclaimer: ich hab mich nach reichlich Überlegungszeit dazu entschlossen, den vollen Beitrag abzudrücken, obwohl ich vorher nur den Radio-Satz gezahlt hab. Ja, den wollte ich auch bezahlen. Und ich will jetzt auch den vollen Satz bezahlen, es gibt mindestens eine Sendung, der ich dieses Geld gönne, die eigentlich noch mehr bekommen sollte(n).

Die Kreisdiskussion rührt in meinen Augen daher, dass es a) fast keinen Bereich im öffentlichen Leben gibt, bei dem die Einzelinteressen mehr auseinander driften als bei den Inhalten von TV und Radio, und b) am wenigsten Bewegung – im Sinne von Änderung – zu erkennen ist.

Und was ist jetzt die richtige Lösung?  Es gibt keine. Alles andere sind Kompromisse, die die eine oder andere Gruppe an halbwegs deckungsgleichen Interessen sowieso ablehnen würde. Und so lange wie keiner eine Bewegung weg von seinem Standpunkt macht, so lange wird sich an dem schlechten Zustand auch nix ändern.

 

Und weitere Argumente gegen chrome

Von fefe schon verlinkt, beschreibt ein Artikel in der New York Times, dass chrome bald Ersatztechniken für das Werbe-Tracking enthalten soll. Da das mit dem Einsatz von Keksen verbundene tracking auch dem Letzten mittlerweile langsam klar geworden ist bzw. andere Browser dazu übergehen bestimmte, abwehrende Einstellungen hinsichtlich Drittpartei-cookies zu übernehmen, braucht die Werbeindustrie und Firmen wie google eine neue Möglichkeit zum Verfolgen von Usern.

Welchen Browser nehmen?

Schon seit ’ner halben Ewigkeit, nicht nur aufgrund des gelegentlichen Webseitenbaus, sind immer mindestens 2 Browser installiert. Lange Zeit war und ist opera mein „Arbeitstier“ gewesen, aber die Zukunft ist ungewiss. Nach dem Wechsel der Engine sind die ersten Testversionen leider nur noch ein Abklatsch von chromium und der Wust an Funktionen, die man beim norwegischen Webstöbergerät liebte, fehlt. Nein, chrome/chromium ist kein würdiger Ersatz. Zu viel Umgewöhnung, zu viel Funktionen, die das Verwenden eher erschweren. Das geht bei solchen Kleinigkeiten los, dass man in der Adresszeile 3 mal klicken muss, um den aktuellen URL zu markieren; keine vernünftige Gesten-Unterstützung und jede Menge Funktionalität, die nur mit Erweiterungen zu bekommen sind, während sie bei opera sofort nach der Installation verfügbar waren. Und wenn man mal wireshark die Startphase von chromium mitschnüffeln lässt, wird die Laune auch nicht besser. Und mit dem Feuerfuchs siehst das nicht viel anders aus.

Floskelwerfer bei den Gruenen

Nein, ich hab nichts anderes erwartet als das übliche Umherwerfen von Floskeln, dass Herr Spitz von den Gruenen hier veranstaltet. Warum auch? Die Partei gehört zum politischem Establishment, insofern werden Äußerungen zur aktuellen PRISM-Diskussion aus dieser Ecke keinen Neuheitswert oder gar Überraschendes beinhalten. Die Forderungen zur Behebung des Zustandes sind ebenfalls absehbar, es müsste eine „öffentliche Debatte“ geben, eine „bessere Kontrolle der Geheimdienste“, bla bla bla. Und der Gedankengang mit den politischen Auswirkungen, wenn der „Geheimnisverräter“ ein Chinese gewesen wäre, wurde an anderer Stelle schon besser verdeutlicht.

Dann noch die übliche Reihe an Floskeln zur Rechtsstaatlichkeit der USA, zum pöhsen, pressefeindlichen Ecuador und so weiter. Vertane Zeit. Besser, weil weiter, sind zum Beispiel Don Alphonso oder Johnny.

 

IPv6 selber machen!

Nur weil die Provider (in diesem Fall meiner) sich schwer tun, heisst das ja noch lange nicht, dass man nicht selbst aktiv werden kann. Also ipv6 im eigenen Netzwerk einsetzen und Erfahrungen mit dem Betrieb und den Fallstricken sammeln. Und es hat außerdem den Vorteil, dass man den Igel-Effekt nutzen kann: wenn der Provider irgendwann mal umstellt und darüber informiert, kann man sagen, dass man schon da ist. :)

Wie geht das jetzt? Die einfachste und auch seit Jahren schon angebotene Variante ist ein 6to4-Tunnel. Der Tunnel ist eine IPv4-Punkt-zu-Punkt-Verbindung, in welchem die IPv6-Paket transportiert werden. So einen bekommt man bei einem Tunnelbroker, zum Beispiel bei SixXS oder Hurrican Electric. Den gibt’s da für lau nach persöhnlicher Registrierung. Mit der Registrierung bekommt man einen Account, mit welchem sich Tunnel erzeugen lassen. Im Fall von HE sind das 5 mögliche, allerdings können die nicht zum gleichen Endpunkt aufgebaut werden, sprich: für den eigenen Internetanschluss kann man auch nur einen Tunnel anlegen.

Da mein DSL-Router (eine gefritzte congstar-Box) zu alt für diesen Shice ist und offiziell kein v6 unterstützt, musste ein anderes Gerät diesen Job übernehmen. Gerade frisch in den Hausbestand an Rechen-Sklaven eingefügt, kann das doch (für die nächste Zeit) ein RaspberryPi machen. Diese Idee hatten auch schon andere vor mir, was also Erfolg verheisst. Auf dem Pi ist die v6-Unterstützung seit letztem Jahr standardmäßig aktiv und der Kleinrechner bekommt somit die Rolle des anderen Tunnelendpunktes zugeteilt und darf im Netzwerk für andere Rechner als v6-Gateway fungieren.

In die /etc/network/interfaces des Pi trägt man einfach die Tunneldaten ein und startet mit ifup das Interface. Auf der tunnelbroker-Webseite gibt es für die Einrichtung entsprechende Konfigurationsvorschläge für eine ordentliche Auswahl an Werkzeugen bzw. Betriebssystemen. Wenn alles richtig eingetragen wurde und keine Stolperfallen lauern, hat man ab dem Punkt schon mal einen funktionierenden v6-Tunnel (Test: ping6 ipv6.google.com). Eine Stolperfalle ist, dass es Router gibt, die solche Tunnel-Pakete ohne irgendwelche Spielereien mit forwarding direkt in das eigene Netzwerk weiterleiten. Hat man den nicht, stimmen zwar die Tunnel-Verbinungsdaten beim Tunnelbroker, aber man muss mehr Aufwand betreiben, um den Tunnel in das Netzwerk zu bekommen (zB. mit explizitem Forwarding oder einem Rechner in der DMZ, der als Tunnelendpunkt fungiert). Hat man allerdings einen Router der das Forwarding ohne weitere Maßnahmen selbst macht – meiner ist so einer – muss man bei den Tunnel-Verbindungsdaten die Adresse des internen Netzes des Rechners angeben. Die Tatsache des Weiterleitens der Tunnelpakete komplett vorbei an der üblichen Firewall auf dem Router fand ich überraschend.

Hat man jetzt einen Tunnel, möchte man natürlich auch, dass die anderen Rechner im Netzwerk diesen nutzen können. Praktischerweise bekommt man bei HE zu den Tunneldaten auch ein weiteres /64-Netz dazu. Die schnelle und wenig automatisierte Variante der Verteilung kriegt man erstmal damit hin, dass alle Rechner (auch der Tunnelendpunkt-Rechner, zusätzlich zur abweichenden Tunnel-IP) eine v6-IP dieses Netzes bekommen und eine Route, die auf den lokalen Tunnelendpunkt zeigt. Auf dem Tunnelendpunkt ist natürlich auch das forwarding einzuschalten. Dann braucht man noch einen DNS-resolver, der v6-Adressen auflöst und schon hat man ein komplettes Netz mit IPv6 über den Tunnel versorgt. (Quasi die Kurzfassung; nicht zu vergessen ist, dass man dann auch eine Brandmauer hochziehen sollte, um nicht jeden Schmutzfinken aus dem Netz einzuladen.)

Angenehmer Nebeneffekt des v6-Tunnels im Vergleich zu normalen DSL-Verbindung: bei HE-Tunnelverbindungen kann man einen Endpunkt bestimmen, der nicht im eigenen Land liegt, sondern zum Beispiel in Holland oder Großbritannien. Das verschont einen unter anderem vor dem bekloppten Sperren von Videos bei utube (natürlich über IPv6 erreichbar) wegen des GEMA-Streits. (ich bin gespannt, wie lange die das noch gestatten.) Ein weiterer Effekt ist, dass man schnellere Verbindungen zu einigen Webseiten hat und weniger Hops dahin nötig sind, bestenfalls sind Webseiten über reine v6-Verbindungen erreichbar, was sich zur Zeit quasi als Schnellstraße neben den dicken, aber doch verstopften v4-Datenautobahnen (jaja, unangenehmer Jargon :) äußert.