Der Stumpfsinn mit der Haftung

Man kann es eigentlich nicht oft genug und laut genug wiederholen: wann immer eine Diskussion zu den angeblichen Nachteilen von Open Source Software stattfindet, wird das Argument gebracht, dass die Haftungsfrage nicht oder nur schwer beantwortbar ist – das ist natürlich ziemlicher Blödsinn. Wenn es ein gemeinsames Detail gibt, welches proprietäre und offene Software verbindet – wenn sie hauptsächlich dem angelsächsischen Sprachraum entstammt – ist es die Ablehnung jeglicher Haftung. Sowohl in den Lizenzverträgen gängiger proprietärer Software als auch in den Nutzungsbestimmungen vieler FOSS-Projekte steht klar drin, dass der Hersteller oder die Community keine Haftung übernehmen.

Natürlich kann der Einspruch erhoben werden, dass eine Firma vor einem Gericht zu Verantwortung gezogen werden kann, was bei einer lose erscheinenden Gruppierung von Programmierern und Mitarbeitern eines FOSS-Projektes nicht so einfach erscheint. Allerdings ist das kein Argument für die ursprüngliche Diskussion und insofern ist die Haftungsfrage als Hinderungsgrund für den Einsatz quelloffener Software immer eine Nebelkerze.

Juristen sehen das vielleicht als zu stark vereinfachend an. Mag sein, ändert trotzdem nix am schlechten Charakter solcher Argumente.