wie die Titanic

das kam mir in den Kopf als Analogie, die ich gesucht hab, um twitch zu beschreiben. Sicherlich gibts noch mehr und vielleicht auch die ein oder andere bessere. Aber ich hab erstmal ein Bild im Kopf, dass den Zustand beschreibt, den ich meine zu sehen.

Warum denk ich das? Ich nutz die Webseite seit einigen Jahren und kenn sie aus Zeiten ohne Amazon oder Bits. Die heutige Seite ärgert mich immer mehr wenn ich mal wieder versuche sie zu nutzen. Normalerweise schaue ich twitch streams fast nur noch mit unabhängigen clients, am Anfang um der Werbung zu entgehen, dann irgendwann um die ganzen aufgezwungenen Features wie Bits, cheers oder den ganzen anderen zweifelhaften Dinge nicht sehen zu müssen, die keinen tieferen Nutzen haben außer mehr Geld in Richtung twitch zu tunneln. Die eigentliche Webseite ist mittlerweile in meinen Augen unbenutzbar geworden (meine Meßlatte ist ein alter i3-Laptop) – aber nicht nur wegen der Last die die Seite beim Laden und stream schauen verursacht. Auch die Unmenge an 3rd-party-Müll der beim Laden mitkommt, die aufgezwungene Werbung sowieso und natürlich die politisch-gesellschaftliche (Des-)Orientierung, die bei allen großen (Ami-)Internet-Buden mitschwingt. Und weil sie es dem ungeneigten User schwer machen, das zu umgehen. Wenn nicht clients wie chatterino oder diverse mobil-clients auf dem Fon da wären, hätte ich schon die Lust verloren.

Schonmal versucht mit denen Kontakt aufzunehmen? Pfff, sollst du nicht, wirst du auch nicht (deinen Vorstellungen entsprechend). Eben. Wie auch google und Konsorten. Ich würde denen ja gerne schreiben, was ich von der Seite halte, aber es schon schwer diese Meinung da überhaupt loszuwerden, geschweige denn das die die richtige Person erreicht. Und da schliesst sich für mich der Kreis zur Überschrift: die sind so schwerfällig und fett geworden wie die titanic. Auch wenn sie die meisten viewer haben, die Konkurrenz ist groß und irgendwann wird ihnen das eigene Übergewicht hinderlich sein, aber dann ist es bereits zu spät.

Take my money! … Nope

Ein großer dt. No-Frills-ISP könnte durchaus bestechend gut funktionieren. Will er aber nicht. Den Wechsel von Bestandskunden von ADSL zu VDSL gestaltet er wie einen Hürdenlauf (mit Schlammgruben und Tretminen). Man muss halt erst den alten Vertrag kündigen und dann den neuen Anschluss bestellen, auch wenn da noch gar nicht raus ist, ob überhaupt geliefert werden kann. „Blah, ist an ihrem Standort verfügbar“ heisst so viel wie „mal schauen, nää.“ Klar, man kann die Kündigung annullieren und die Bestellung stornieren. Aber auf so einen Bockmist hat doch keiner Lust, ähnlich wie Korkenzieher unter die Kniescheiben zu schrauben. Und dann kann man noch nicht mal die alte Telefonnummer mitnehmen!? Vielleicht hab ich auch noch nicht ganz verstanden, was mit NoFrills gemeint ist. Da gibt es ja die merkwürdigsten Übersetzungen für.

Geh ich eben woanders kaufen.

Na, ihr Kasper!? Ihr wollt entweder kein Geld verdienen oder ihr habt genug? Hint: es hat etwas mit eurem player zu tun, der nur funktioniert, wenn adblocker und ähnliche Gerätschaften aus sind. Ich hab keine Lust dazu, heraus zu bekommen an was es jetzt genau klemmt; ich probier es ein paar Mal und wenn sich dann kein Erfolg einstellt, geb ich mein Geld woanders aus. Falls ihr mit irgendwelchen Firmen einen Deal haben solltet, der denen Tracking oder vergleichbare Späße ermöglicht, ist es eh der bessere Weg.

Passwörter im Klartext gespeichert? m(

Jeder halbwegs vernünftige Netzbürger, speziell der, der für die Sicherheit von Systemen oder Webseiten oder Datenbanken verantwortlich ist, sollte eigentlich die Sony-Einbrüche kennen oder zumindest davon gehört haben. Stellt sich raus, dass Yahoo (Voices) mit der gerade veröffentlichten Liste von Passwörtern genau den gleichen Stumpfsinn gemacht hat und diese nicht als Hashes abgespeichert hat, sondern offensichtlich im Klartext. Da es bisher danach aussieht, dass die Passwörter schon 2009 erbeutet wurden, kann man dieses Wissen Yahoo nur begrenzt zum Vorwurf machen (obwohl solche Einbrüche natürlich schon vorher existierten).

Die Statistik (boingboing) zu den aktuell veröffentlichten Passwörtern gleicht größtenteils den bereits bekannten Fällen: der Großteil der Passwörter ist nicht sicher und kann, wenn er denn nicht im Klartext gespeichert worden wäre, ohne weitere Schutzmaßnahmen sehr schnell erraten werden.

In einem interessanten Vergleich hat hier mal jemand die offengelegten Passwörter von Sony und Yahoo gegenübergestellt. Fast 2/3 sind exakt die gleichen wie beim Sony-Einbruch, also auch mit dem gleichen Nutzernamen.

Randnotiz: ich hab vor einigen Tagen einen Dienst nach 1-monatiger Nutzung gekündigt, der mir bei der Anmeldung 2 Mails zur Bestätigung gesendet hatte, in der 2. standen meine login-Daten und mein Passwort im Klartext. Das war auch einer der Gründe, die ich bei der Kündigung anführte.

Urheberrechtsidiotie wohin man auch schaut

Ach man, selbst Kabarettfreunden und -freudinnen vergeht da das Lachen. Ein regelmäßig mit neuem Material aufgefrischter utube-Kanal stellt seine Tätigkeit weitestgehend ein, weil er Drohbriefe der Aasfresser^w Rechterverwerter bekam. Das ist neben den ganzen sonstigen Urheberrechtsstuss der letzten Jahre auch nur ein winziges Häufchen Schmutz, trotzdem wiegt das schwer, dass es selbst aus dieser Ecke solche Anwandlungen gibt. Gerade weil der Großteil (oder alle?) der eingestellten Videos aus Mitschnitten von Programmen öffentlich-rechtlicher Sender besteht, fällt es schwer das zu akzeptieren.

Der Betreiber und Hochlader des Kanals schreibt zu dem Vorgang selbst:

Achtung,

dieser Kanal ist DICHT! Seine mehr als 200 öffentlich-rechtlichen Sendungen werden nur noch für private Zwecke genutzt, weil ein gewisser Teil der Kabarettindustrie beschlossen hat, daß sie keinen Humor versteht und Fans lieber mit Füßen tritt statt sich über diesen Kanal mit ihnen zu verbünden und Werbung für sich zu machen.

Ich danke dem Management von Olaf Schubert, die sich fair verhalten und ihren Entfernungswunsch (Olaf TV: Erhältlich auf DVD, sehr empfehlenswert!) KOMMUNIZIERT haben statt wild um sich zu schlagen.

Leider (noch) die Ausnahme von der Regel.

Viel Spaß anderswo, adios!

 

Mehr findet sich in den Kommentaren.

 

 

Nee, Debitel, so wird das nix

Ja, ich war so zuversichtlich zu denken, dass man erstmal einer Firma die Möglichkeit einräumen muss, dass in sie gesetzte Vertrauen zu enttäuschen, bevor man über sie mosern kann. Eine Mobilfunkfirma!? Die tun doch auch sonst alles mögliche, um ein Image zu behalten, gegen das Krätze eine harmlose, vorübergehende Hautirritation ist.

Ich hab denen vor einiger Zeit telefonisch meine Einwilligung gegeben, dass sie mich bei Werbeaktionen anrufen dürfen. Da war ich wohl damals etwas zu euphorisch – kurz vorher hatte Debitel meinen bisherigen Vertragspartner Talkline übernommen und der Service schien auf einmal wie ausgewechselt (zB. die Hotline).

Nach 2 oder 3 Werbeanrufen, die mich nicht interessierten, war ich diesmal an einer möglichen Verringerung meiner Stromkosten durchaus interessiert und wir vereinten einen Rückruf, wenn ich zuhause wäre und die Stromrechnung zur Hand hätte. Der Rest des Gesprächs war nur noch peinlich. Eine kurze Ansage, was ich im Jahr einsparen könnte mit dem neuen Tarif, die Frage nach Zähler- und Vertragsnummer und das ich innerhalb von 30 Tagen reagieren müsste, wenn ich diesen Tarif nicht haben will. wut? Klassische Drückermethoden. Keine einzige meiner Fragen wollten die mir beantworten, mit wem ich denn diesen Vertrag abschließen würde, warum ich nicht einfach ein entsprechendes Angebot zugesandt bekommen kann. Dafür hat der Werber am anderen Ende der Leitung nicht mal versucht deeskalierend zu agieren, nachdem ich langsam begann in mich hineinzugrummeln, stattdessen hat er mehrfach darauf hingewiesen, dass Debitel mich als langjährigen Kunden doch nicht enttäuschen wollen würde. *Pff* Habt ihr gerade getan. Und wenn ihr euch Mühe gebt, dann senkt ihr die Schmerzschwelle auf meiner Seite soweit, dass ich in den sauren Apfel beiße und zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechsle.