Großer Geopolitik-Wunschenlistenkollaps 2022

  • Russland/Putin international weitestgehend isoliert
  • schlechtes Standing gegen Ukraine als Nato-Partner
  • NordStream 2 Geschichte, und…
  • vermutlich stark steigende US-Gasimporte in DE
  • dt. Verteidigungshaushalt wird angehoben… ws. über 2% des BIP
  • ws. auch in anderen Staaten Erhöhungen der Militärausgaben (und da die Russen erstmal ausfallen als Lieferant profitieren andere,,,)

siehe

Eigentlich lag dieser Ansatz eines Artikels hier als Entwurf rum und wäre vermutlich nie veröffentlicht worden, so wichtige Dinge stehen ja auch nicht drin. Aber beim Lesen eines Artikels irgendeines substack-Autors (da gings um Afghanistan) und dann einen noch einen von Greenwald zum verabschiedeten $40B-Paket an Rüstungsausgaben fiel es dann auch mir auf, dass der Proxy-Krieg gegen Russland eine pragmatische Lösung für die Politiker und Waffenproduzenten in den USA ist. Die Militär-Ausgaben, die nach dem Abzug aus Afghanistan zu versiegen drohten, die ja immerhin ein gutes und kontinuierliches Einkommen darstellten, fließen weiterhin, und dabei wird nicht mal das Blut amerikanischer Soldaten vergossen (ok, vielleicht ein paar PMCs, Militärberater, Freiwillige). Besser geht es doch kaum aus deren Sicht. Also ist die Wunschliste noch deutlich zu erweitern und die Einschränkung auf Geopolitik kann getrost entfallen.

wie die Titanic

das kam mir in den Kopf als Analogie, die ich gesucht hab, um twitch zu beschreiben. Sicherlich gibts noch mehr und vielleicht auch die ein oder andere bessere. Aber ich hab erstmal ein Bild im Kopf, dass den Zustand beschreibt, den ich meine zu sehen.

Warum denk ich das? Ich nutz die Webseite seit einigen Jahren und kenn sie aus Zeiten ohne Amazon oder Bits. Die heutige Seite ärgert mich immer mehr wenn ich mal wieder versuche sie zu nutzen. Normalerweise schaue ich twitch streams fast nur noch mit unabhängigen clients, am Anfang um der Werbung zu entgehen, dann irgendwann um die ganzen aufgezwungenen Features wie Bits, cheers oder den ganzen anderen zweifelhaften Dinge nicht sehen zu müssen, die keinen tieferen Nutzen haben außer mehr Geld in Richtung twitch zu tunneln. Die eigentliche Webseite ist mittlerweile in meinen Augen unbenutzbar geworden (meine Meßlatte ist ein alter i3-Laptop) – aber nicht nur wegen der Last die die Seite beim Laden und stream schauen verursacht. Auch die Unmenge an 3rd-party-Müll der beim Laden mitkommt, die aufgezwungene Werbung sowieso und natürlich die politisch-gesellschaftliche (Des-)Orientierung, die bei allen großen (Ami-)Internet-Buden mitschwingt. Und weil sie es dem ungeneigten User schwer machen, das zu umgehen. Wenn nicht clients wie chatterino oder diverse mobil-clients auf dem Fon da wären, hätte ich schon die Lust verloren.

Schonmal versucht mit denen Kontakt aufzunehmen? Pfff, sollst du nicht, wirst du auch nicht (deinen Vorstellungen entsprechend). Eben. Wie auch google und Konsorten. Ich würde denen ja gerne schreiben, was ich von der Seite halte, aber es schon schwer diese Meinung da überhaupt loszuwerden, geschweige denn das die die richtige Person erreicht. Und da schliesst sich für mich der Kreis zur Überschrift: die sind so schwerfällig und fett geworden wie die titanic. Auch wenn sie die meisten viewer haben, die Konkurrenz ist groß und irgendwann wird ihnen das eigene Übergewicht hinderlich sein, aber dann ist es bereits zu spät.

Virtuelle Kreditkarte? In 2020? Bwahaha

So in etwa fühlt sich das Ergebnis an, wenn ich nach einem Ersatz für eine mycard2go-Karte, ehemals wirecard, suche. Da tut sich ein Sumpf auf, den man noch nicht mal erahnen konnte.

Warum ich einen Ersatz suche? Weil die Karte und der Dienst eingestellt wird, zugunsten eines neuen/anderen Dienstes, der nur noch auf reine App-Nutzbarkeit abzielt. Mal abgesehen davon, dass selbst etwas seriöser aussehende Firmen wie wirecard (ja ja, ich weiss, wirecard und seriös in einem Satz) grundsätzlich alle für den Kunden negativen Details in ihren FAQs verschweigen oder bemühen nicht anzusprechen, hab ich bei meiner Suche nicht eine Firma gefunden, bei der ich nicht nach 5min das Gefühl hatte: uhm, danke, neee.

Eigentlich ist mein Bedarf gar nicht so schlimm: eine virtuelle (ich brauch keine Plastikkarte), prepaid-Kreditkarte. Meine eigene Bank vergibt so was leider nicht und die reguläre Kreditkarte, die ich von denen habe, will ich keinesfalls im Netz einsetzen.

(der artikel lag noch im draft ordner)

Zwang? Fahrt zum Teufel!

Man liest oder hört das Argument so oft: der Betrieb der Seite muss sich rechnen oder warum kostenlos anbieten wenn’s auch mit Werbung geht. Jaja. Den Haufen an ehemaligen Community-Seiten, die kommerzialisiert wurden, zählt aber vermutlich keiner. Und am Ende sind sie dann irgendwelche Werbeschleudern für zB. Privatsender. Die kennen sich ja aus damit. Mit Chefkoch ist das zB. so gelaufen und auch mit kochbar.de. Von ehemals gut nutzbaren Seiten haben die sich gewandelt zu Webseiten, den jedes Mittel zum Reindrücken von Werbung recht ist. Und dem anhaltende Trend zur Nutzung von Werbeblockern begegnen sie eben mit noch mehr Zwang, wie das eben so ist in einer Spirale der Eskalation.

du musst bezahlen!

Mein Antwort darauf? Damit bin ich wohl eher Angehöriger einer Minderheit, aber ich such mir andere Seiten und mach um diese hier einen Bogen und lass auch die entsprechenden Bemerkungen fallen, wenn ich zufällig um meine Meinung bei sowas gebeten werde. Natürlich könnte ich diese Seite auch ohne Werbung weiter nutzen, aber irgendwann hat es mal geklickt und man versteht, dass es einem keine Zufriedenheit verschafft.

newsticker? Neee, lass maa.

Ich konsumiere den heise Newsticker seit vielen Jahren, aber ich hab immer seltener noch Lust drauf bzw. fällt mir wieder auf, dass ich mich zu oft ärgere. Die Seite wird bald nicht mehr eine der Standard-Seiten sein, die ich zum Testen einer Verbindung oder des DNS verwende, die ich als erstes in einer Browser-Installation öffne und oft auch dauerhaft dort einrichte. Das ging mir schon so ähnlich mit anderen Seiten des Heise-Angebots, wie telepolis oder heise Auto, wenn auch aus anderen Gründen, und diese Seiten waren mir sicherlich nicht so wichtig wie der Ticker. Was läuft falsch? Im Prinzip das gleich wie in der restlichen (Print-)Presselandschaft: keine Idee wie der Fortbestand ohne Werbung funktionieren soll, festklammern und verschlimmern der Situation, die Leser zum Teil überhaupt erst darüber nachdenken lassen, an einer anderen Stelle nach den täglichen Informationshäppchen zu suchen.

Dunkel kann ich mich erinnern, wie die Kommentare ausfielen, als heise plus vorgestellt wurde, die Bezahl-Version nicht nur für den Newsticker, sondern die meisten Bereiche des Verlagsangebotes: halbgar, überfällig, will ich nicht, …. der Tenor eher wenig begeistert. So war und ist auch meine Meinung: wenn eine Bezahloption eingeführt wird, die noch dazu nicht abgestuft und deutlich teurer ist als vergleichbare Angebote, dann sollte man erwarten, dass das Angebot ohne Werbung genutzt werden kann, ganz zu schweigen von trackern auf den Seiten oder megabyte-weise js-frameworks.

Aber schlimmer wiegt der qualitative Verfall: das Verwursten von dpa-Meldungen und das recht provokante Betiteln mancher Artikel, neudeutsch: klick-baiting. Sicher geht es noch viel schlimmer als beim newsticker mit solchen Praktiken. Aber Raum nach unten ist immer genug. Speziell die dpa-Artikel stoßen auf, nicht nur der Schreibstil riecht stellenweise deutlich anders (unangenehm), auch die in der Vergangenheit oft gestellte Frage, was das denn auf heise zu suchen hat, drängt sich auf. Und das zwischen eh schon thematisch weniger guten Artikeln, gekennzeichneter und ungekennzeichneter Werbung. Ob da jetzt die Kommentarzahl daneben steht oder nicht ist eigentlich egal, der schale Geschmack stellt sich oft sehr schnell ein. Ich würde mich ja freuen, wenn die dpa-Artikel zB. auch gekennzeichnet werden, so wie die Anzeigen oder die Meldungen zu irgendwelchen special events wie Messen. Aber das wird nicht kommen. Und ich werd meinen heise-Konsum verringern.