Computertechnikweisheiten für 500 (sort of)

Update niemals nie nicht das BIOS, wenn nicht absolut klar ist, dass man wieder auf die alte Version zurückkehren kann. Den Nebensatz „und nur wenn es absolut notwendig erscheint“ kann man getrost streichen. Einerseits weil durch die Möglichkeit des Zurückkehrens auch die Möglichkeit des Probierens existiert; in einer Zeit in der Software allgemein aber auch ein BIOS bananenartige Zustände einnimmt, ist das sehr von Wert.

Das heisst aber auch, dass man zuerst mal nach dieser Information suchen muss und davor erst mal auf den Gedanken kommen muss, dass das vielleicht gar nicht geht. Kann dem neugierigen Zeitgenossen mit vermeintlich nur teilweiser funktionierender Hardware einiges an Zeit und grauen Haaren ersparen. Ansonsten muss er dann halt einen der zahlreichen Dienste zum Fixen eines kaputten BIOS in Anspruch nehmen.

Und leider auch schon vorbei

 Gerade erst mit den diversen Seiten zurecht gefunden, die entsprechenden IRC-Kanäle im client eingerichtet und die idealen Einstellungen im VLC für die streams gefunden – und schwupp, ist der Kongress auch schon wieder vorbei. Und das Jahr auch fast. Ich weiß nicht, wie die Anwesenden das empfinden, ob es noch viel kürzer erscheint, wenn man 4 Tage mit minimalen Schlaf aber dauernder Beschäftigung konfrontiert ist. Erst recht die ganzen freiwilligen Helfer.

Das Streaming der Vorträge hat dieses Jahr (bis auf die ersten holprigen Stunden) super geklappt, ein spürbarer Unterschied zu den vorhergehenden Veranstaltungen.

Wer nachholen will bzw. Verpasstes nachschauen will, findet zB. bei fem-net.de das Verzeichnis mit torrents und .mp4.

Behind Enemy Lines

Seit einigen Stunden läuft jetzt der 28. Kongress des CCC. Für mich immer eine hervorragende Gelegenheit, um Aufforderungen zum Verlassen des Rechners zugunsten anderer Betätigungen abzubügeln. Seit Jahren schon sind die Streams (meistens eher recht wacklig) die bevorzugte Variante, um die angesprochenen Themen von zu Hause aus verfolgen zu können. Oder in der Folge der nächsten Monate die Konserven der Vorträge. Die Übersicht zu den Vorträgen findet sich im Fahrplan (der aber gerade nicht erreichbar ist).

Die Dynamik zurückbekommen

Wie weiter unten schon angedeutet, gibt es bereits seit einiger Zeit Bestrebungen, mit einer hässlichen Eigenschaft von Privatrundfunk (und eben nicht nur dort) aufzuräumen. Die Rede ist von der Orientierung der Lautstärke an Maximalpegeln. Das kennt man zum Beispiel aus der Situation, wenn man gerade einen Film im tv sieht, vielleicht eine etwas leisere Szene, und im nächsten Augenblick kommt ohne Vorwarnung der Werbeblock, der einen von der Lautstärke her mehr oder weniger aus dem Sessel bläst. Viele greifen in dem Augenblick zur Fernbedienung, um die Lautstärke zu senken. Die Sender haben immer behauptet, dass das Signal nicht lauter ist. Da kommt aber der oben angesprochene Maximalpegel ins Spiel. Eine Ausrichtung an diesem bedeutet, dass Film und Werbeblock quasi die gleiche Maximallautstärke (peak) haben können bzw. damit ausgestrahlt werden. Was aber herzlich wenig Bezug zur Dynamik, dem Bereich zwischen leisesten und lautesten Passagen einer Sendung hat. Der Film hat mit den leisen Szenen und einigen lauteren Szenen eine größere Dynamik als der Werbeblock, bei welchem kein großer Abstand zwischen leise und laut existiert. Für den Werbeblock bzw. die einzelnen Spots ist maximal mögliche Lautstärke gewünscht, um den eigenen Inhalt der Werbung möglichst lauter und prägnanter als den der Anderen erscheinen zu lassen. Schon Mal gewundert, warum die Stimme eines Sprechers in einem Radio-Werbespot oder die der Moderatoren so kraftvoll und tief klingen? Alles nur mit technischer Hilfe möglich. Das Audiosignal wird komprimiert, was die Dynamik verringert und die Gesamtlautstärke (quasi der Mittelwert zwischen lauten und leisen Abschnitten) anhebt. Bei Werbung wird so etwas vermutlich immer gemacht, bei Filmen oder Musik sollte es die Ausnahme sein. In der Musikproduktion ist es – speziell bei Pop – wohl doch recht verbreitet. Es gibt nicht wenige Leute, die Tonträger der letzten 10,11 oder 12 Jahre ablehnen, weil sich diese unangenehme Eigenheit in der Produktion niederschlägt und letztlich nur Brei aus den Lautsprechern kommt. Wer Musik aber nur aus dem Handy hört, dass in der Hosentasche steckt (also nicht mal Kopf-/Ohrhörer verwendet), sieht da eher kein Problem drin.

peak normalisation vs loudness normalisation

Was soll jetzt die EBU-Empfehlung R128 (bzw. die internationale Variante der ITU, die ITU-R BS.1770) daran ändern? Nicht mehr der Maximalpegel ist als Bezugsgröße für die Aussteuerung zu verwenden, sondern die Gesamtlautstärke einer Sendung oder Passage, also der Mittelwert (vereinfacht) von lauten und leisen Abschnitten. D.h., im Idealfall fällt man beim Einsetzen eines Werbeblocks nicht mehr aus dem Sessel, weil die Lautstärke viel höher erscheint als in der letzten Szene des Films. Der grundsätzliche Effekt ist damit sicher nicht zu beseitigen, aber das liegt in der Natur der Dinge. Und auch der Zwang (wenn man denn davon reden kann) bei Audioproduktionen auf Dynamik zugunsten der erreichbaren Maximallautstärke zu verzichten, verschwindet. Oder um es mit den Worten von Florian Camerer (ORF), dem federführenden Experten bei R128, zu sagen: „Dynamik wird nicht mehr bestraft“ (sinngemäß).

Aktuelle Auswüchse (siehe auch der ursprüngliche Hinweis im Artikel weiter unten): ARD und ZDF werden zukünftig Werbung entsprechend der neuen Empfehlung leiser ausstrahlen, bei der ARD geht das am 1. Januar des kommenden Jahres los, beim ZDF ist noch kein genauer Termin bekannt. Und auch private Anstalten denken darüber nach bzw. wollen die ersten Erfahrungen anderer Sender beobachten.

disclaimer: ich bin kein Profi, deswegen kann ich u.U. manches falsch verstanden haben oder falsch interpretieren. Für ausführlichere Dokumentation sollte man daher auf die bei der EBU angebotenen Unterlagen zurück greifen: http://tech.ebu.ch/loudness/

 

Bild:  F.Camerer, EBU Technical Review – 2010 Q3

Internationale Richtlinien zur Lautstärke von Rundfunk

Huch. Beim DLF, in der Sendung Markt und Medien kam vorhin ein Beitrag, bei dem es kurz gesagt um die Erarbeitung bzw. Einführung von Richtlinien zur Lautstärke von Rundfunk (also tv und radio) ging. Vermutlich jeder kennt das Gefühl, dass Werbeunterbrechungen einer (nicht nur) akustische Nötigung gleich kommen. Absehbar, aber zB. für mich neu war, dass der gegenwärtige Zustand nur eine Definitionsfrage ist: Werbung ist lauter, aber was bedeutet lauter? Geht es nur um den Maximalpegel oder um den Mittelwert einer/der Dynamik. Solche Fragen und deren Antworten sind Teil der Arbeit eines Gremiums der ITU, die irgendwann mal in konkrete Empfehlungen münden könnten. Eine schnelle Suche im Netz hat allerdings nichts ergeben. Mal schauen, was da noch so kommt.

Nachtrag: die Sendung beim DLF

Das R aus K&R ist gestorben

Jeder, der beim Lernen einer Programmiersprache sich mal an C rangetraut hat, wird „The C Programming Language“ in der Hand gehabt haben und es bestimmt bis zum Ende durch gearbeitet haben. Das ist nur einer der Meilensteine, die er und auch die anderen aus den Bell/AT&T-Labs gesetzt haben. Eigentlich würde es keins der gegenwärtigen Betriebssysteme so geben. Auch viele neuere Programmiersprachen haben ihren Ursprung in den Unzulänglichkeiten von C. Ach was schreib ich… hier geht’s weiter:  economist.com