Treffer, versenkt!?

Ich kann dieses Transparenzgesülze in Zusammenhang mit wikileaks (derzeit dysfunktional) nicht mehr hören/lesen. Da schwingen sich alle paar Minuten irgendwelche selbsternannten Demokratiefreunde auf, um die Initiative schlecht zu reden. Auf-dem-Boden-liegende lassen sich auch besser treten, nicht wahr? Zu wenig Transparenz, zu viel Diktatur seitens Assange, zu viel brach liegende, der Veröffentlichung harrende Dokumente – natürlich sind das Kritikpunkte, die es zu diskutieren gibt, aber nicht in dieser Nachtritt-Manier. Mich beschleicht auch der Verdacht, dass bei nicht wenigen Journalisten der Verstand der Emotion gewichen ist. Wikileaks war schon immer so was zwielichtiges, die machen, was ich nicht kann/darf/will/whatever.
Ich denke, dass die US-Nachrichtendienste (und nicht nur die) mehr als nur eine Strategie zur gezielten Störung verfolgt haben (würde wohl jeder mit etwas Weitsicht so tun) und wenn es eine weitere gab, beispielsweise die öffentliche Diskreditierung des gesamten Projekts, muss man jetzt zu dem Schluss kommen, dass der Verlauf der Maßnahmen als erfolgreich zu bezeichnen ist. Zum Kotzen!

Nachtrag: Das Bild in der Presse ist in meinen Augen derzeit, dass sich im Augenblick die meisten Leute mit der Einrichtung wikileaks beschäftigen, aber nicht mehr mit den veröffentlichten Dokumenten. Im Gegenteil. Da die Organisation an vielen Stellen als dubios beschrieben wird, zählt das automatisch auch für die veröffentlichten Dokumente.