{"id":870,"date":"2013-05-01T12:35:15","date_gmt":"2013-05-01T11:35:15","guid":{"rendered":"http:\/\/spatzentrauma.de\/blog\/?p=870"},"modified":"2013-05-01T12:46:21","modified_gmt":"2013-05-01T11:46:21","slug":"ipv6-selber-machen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/spatzentrauma.de\/blog\/2013\/05\/ipv6-selber-machen\/","title":{"rendered":"IPv6 selber machen!"},"content":{"rendered":"<p>Nur weil die Provider (in diesem Fall meiner) sich schwer tun, heisst das ja noch lange nicht, dass man nicht selbst aktiv werden kann. Also <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/thema\/IPv6\" target=\"_blank\">ipv6<\/a> im eigenen Netzwerk einsetzen und Erfahrungen mit dem Betrieb und den Fallstricken sammeln. Und es hat au\u00dferdem den Vorteil, dass man den Igel-Effekt nutzen kann: wenn der Provider irgendwann mal umstellt und dar\u00fcber informiert, kann man sagen, dass man schon da ist. :)<\/p>\n<p>Wie geht das jetzt? Die einfachste und auch seit Jahren schon angebotene Variante ist ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/6to4\" target=\"_blank\">6to4-Tunnel<\/a>. Der Tunnel ist eine IPv4-Punkt-zu-Punkt-Verbindung, in welchem die IPv6-Paket transportiert werden. So einen bekommt man bei einem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tunnelbroker\" target=\"_blank\">Tunnelbroker<\/a>, zum Beispiel bei <a href=\"http:\/\/www.sixxs.net\/faq\/account\/?faq=10steps\" target=\"_blank\">SixXS<\/a>\u00a0oder <a href=\"http:\/\/www.tunnelbroker.net\/\" target=\"_blank\">Hurrican Electric<\/a>. Den gibt&#8217;s da f\u00fcr lau nach pers\u00f6hnlicher Registrierung. Mit der Registrierung bekommt man einen Account, mit welchem sich Tunnel erzeugen lassen. Im Fall von HE sind das 5 m\u00f6gliche, allerdings k\u00f6nnen die nicht zum gleichen Endpunkt aufgebaut werden, sprich: f\u00fcr den eigenen Internetanschluss kann man auch nur einen Tunnel anlegen.<\/p>\n<p>Da mein DSL-Router (eine gefritzte congstar-Box) <em>zu alt f\u00fcr diesen Shice<\/em>\u00a0ist und offiziell kein v6 unterst\u00fctzt, musste ein anderes Ger\u00e4t diesen Job \u00fcbernehmen. Gerade frisch in den Hausbestand an Rechen-Sklaven eingef\u00fcgt, kann das doch (f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit) ein RaspberryPi machen. Diese Idee hatten auch schon <a href=\"http:\/\/www.linuxhome.co.uk\/?p=274\" target=\"_blank\">andere<\/a> vor mir, was also Erfolg verheisst. Auf dem Pi ist die v6-Unterst\u00fctzung seit letztem Jahr standardm\u00e4\u00dfig aktiv und der Kleinrechner bekommt somit die Rolle des anderen Tunnelendpunktes zugeteilt und darf im Netzwerk f\u00fcr andere Rechner als v6-Gateway fungieren.<\/p>\n<p>In die <strong>\/etc\/network\/interfaces<\/strong> des Pi tr\u00e4gt man einfach die Tunneldaten ein und startet mit <strong>ifup<\/strong> das Interface. Auf der tunnelbroker-Webseite gibt es f\u00fcr die Einrichtung entsprechende Konfigurationsvorschl\u00e4ge f\u00fcr eine ordentliche Auswahl an Werkzeugen bzw. Betriebssystemen. Wenn alles richtig eingetragen wurde und keine Stolperfallen lauern, hat man ab dem Punkt schon mal einen funktionierenden v6-Tunnel (<em>Test: ping6 ipv6.google.com<\/em>). Eine Stolperfalle ist, dass es Router gibt, die solche Tunnel-Pakete ohne irgendwelche Spielereien mit forwarding direkt in das eigene Netzwerk weiterleiten. Hat man den nicht, stimmen zwar die Tunnel-Verbinungsdaten beim Tunnelbroker, aber man muss mehr Aufwand betreiben, um den Tunnel in das Netzwerk zu bekommen (zB. mit explizitem Forwarding oder einem Rechner in der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demilitarized_Zone\" target=\"_blank\">DMZ<\/a>, der als Tunnelendpunkt fungiert). Hat man allerdings einen Router der das Forwarding ohne weitere Ma\u00dfnahmen selbst macht &#8211; meiner ist so einer &#8211; muss man bei den Tunnel-Verbindungsdaten die Adresse des internen Netzes des Rechners angeben. Die Tatsache des Weiterleitens der Tunnelpakete komplett vorbei an der \u00fcblichen Firewall auf dem Router fand ich \u00fcberraschend.<\/p>\n<p>Hat man jetzt einen Tunnel, m\u00f6chte man nat\u00fcrlich auch, dass die anderen Rechner im Netzwerk diesen nutzen k\u00f6nnen. Praktischerweise bekommt man bei HE zu den Tunneldaten auch ein weiteres \/64-Netz dazu. Die schnelle und wenig automatisierte Variante der Verteilung kriegt man erstmal damit hin, dass alle Rechner (auch der Tunnelendpunkt-Rechner, zus\u00e4tzlich zur abweichenden Tunnel-IP) eine v6-IP dieses Netzes bekommen und eine Route, die auf den lokalen Tunnelendpunkt zeigt. Auf dem Tunnelendpunkt ist nat\u00fcrlich auch das forwarding einzuschalten. Dann braucht man noch einen DNS-resolver, der v6-Adressen aufl\u00f6st und schon hat man ein komplettes Netz mit IPv6 \u00fcber den Tunnel versorgt. (Quasi die Kurzfassung; nicht zu vergessen ist, dass man dann auch eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Firewall\" target=\"_blank\">Brandmauer<\/a>\u00a0hochziehen sollte, um nicht jeden Schmutzfinken aus dem Netz einzuladen.)<\/p>\n<p>Angenehmer Nebeneffekt des v6-Tunnels im Vergleich zu normalen DSL-Verbindung: bei HE-Tunnelverbindungen kann man einen Endpunkt bestimmen, der nicht im eigenen Land liegt, sondern zum Beispiel in Holland oder Gro\u00dfbritannien. Das verschont einen unter anderem vor dem bekloppten Sperren von Videos bei utube (nat\u00fcrlich \u00fcber IPv6 erreichbar) wegen des GEMA-Streits. (ich bin gespannt, wie lange die das noch gestatten.) Ein weiterer Effekt ist, dass man schnellere Verbindungen zu einigen Webseiten hat und weniger Hops dahin n\u00f6tig sind, bestenfalls sind Webseiten \u00fcber reine v6-Verbindungen erreichbar, was sich zur Zeit quasi als Schnellstra\u00dfe neben den dicken, aber doch verstopften v4-Datenautobahnen (jaja, unangenehmer Jargon :) \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur weil die Provider (in diesem Fall meiner) sich schwer tun, heisst das ja noch lange nicht, dass man nicht selbst aktiv werden kann. Also ipv6 im eigenen Netzwerk einsetzen und Erfahrungen mit dem Betrieb und den Fallstricken sammeln. 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